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Gegendemo stört „Freundeskreis“

Adelebsen Gegendemo stört „Freundeskreis“

Etwa 160 Gegendemonstranten haben am Dienstagabend eine Kundgebung des rechtsextremen „Freundeskreises Thüringen / Niedersachsen“ in Adelebsen gestört. 40 Anhänger der Gruppierung versammelten sich dort auf dem Rathausplatz.

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160 Gegendemonstranten protestieren in Adelebsen gegen 40 Freundeskreis-Anhänger.

Quelle: Swen Pförtner

Adelebsen. Gegendemonstranten und Freundeskreis-Anhänger wurden auf Rufweite durch ein Polizei-Aufgebot voneinander getrennt. Einsatzleiter Christian Rolack sprach von mehreren Dutzend eingesetzten Polizisten.

Die Gegendemonstranten stammten zum überwiegenden Teil aus Adelebsen, waren aber auch aus Göttingen und Dransfeld angereist. Aufgerufen zur Gegendemo hatte das Adelebser Bündnis „Vielfalt statt Einfalt“. Mit Plakaten wie „Gib Nazis keine Chance“ oder „Dransfeld gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit“ und mit Sprechchören protestierten die Gegendemonstranten gegen den Freundeskreis. „Wir wollen zeigen, dass wir vielfältig sind“, sagte Adelebsens Gemeindebürgermeister Holger Frase (SPD).

Durch Sprechchöre, Trillerpfeifen, Musik und Lärm störten die Gegendemonstranten die Redebeiträge der Freundeskreis-Kundgebung. Die Ausführungen der beiden Hauptredner, Jens Wilke und Mario Messerschmidt, über das „heilige, geliebte Deutschland“ und das „Geschmeiß der Musterdemokraten“ waren nur in der Freundeskreis-Gruppe zu verstehen und blieben so weitgehend ungehört. Wilke, dessen Auto kürzlich an seinem Wohnort angezündet worden war, dankte der NPD dafür, dass sie dem Freundeskreis Listenplätze für die Wahl zum Göttinger Kreistag zur Verfügung gestellt habe. Er kündigte einen harten Wahlkampf mit Infoständen ab dem 1. Juli an. Der Freundeskreis ist in den vergangenen Monaten immer wieder mit Kundgebungen und Mahnwachen in der Region aktiv geworden. Ein Anlass für die Kundgebung in Adelebsen war der Vorwurf der Meinungsdiktatur, weil ein Freundeskreis-Sympatisant von der Gemeinde Adelebsen entlassen worden sei. Nach Aussagen von Ortsbürgermeister Kurt Prutschke (SPD) und Werner Lindemann vom Steinarbeitermuseum war der Mann aber nie fest beschäftigt, sondern nur stundenweise mit der Pflege von Grünflächen betraut. Davon habe man nach Bekanntwerden seiner politischen Ausrichtung Abstand genommen.

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