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Zu viel Schwarzwild

Hegeschau der Jägerschaft Göttingen Zu viel Schwarzwild

Die Jägerschaft Göttingen e.V. hatte im Gasthaus Kesten in Güntersen zur Hegeschau und zur anschließenden Jahreshauptversammlung geladen. Auf der Hegeschau wurde deutlich, dass es im Bereich der Jägerschaft Göttingen nach wie vor einen zu großen Wildschweinbestand – die Jäger nennen es Schwarzwild – gibt.

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Güntersen. Auf der Hegeschau präsentierten die Mitglieder der Jägerschaft Göttingen im Saal die Trophäen eines Jahres. Hierbei geht es nicht um eine Zurschaustellung der Gehörne von Rehböcken und den Eckzähnen des männlichen Schwarzwildes. Vielmehr kann sich der Fachmann so einen Überblick über die Altersstruktur und den Gesundheitszustand der Tiere im Revier machen. Denn jedes geschossene Tier, das älter als ein Jahr ist, muss hier vorgestellt werden. "Ich kann anhand der Trophäen beurteilen, dass wir eine normales, durchschnittliches Jahr hatten", so der langjährige stellvertretende Kreisjägermeister, Ernst-Friedrich Wille, dessen Position immer vom Kreistag bestätigt werden muss. Zwei besonders kapitale Gehörne von (Reh-)Böcken hob er hervor, die beide das Alter von fünf Jahren erreicht hatten. "Es gab aber sonst keine besonderen Auffälligkeiten, das Revier der Jägerschaft Göttingen blieb glücklicherweise von Seuchen verschont." Im Zuständigkeitsbereich der Jägerschaft Göttingen wurden 1.632 Rehe und 1.560 Wildschweine erlegt. Besonders die Population der Wildschweine ist im Vergleich zum Vorjahr (995) wieder erheblich gestiegen. Bemerkenswert ist aber auch die nach wie vor extrem hohe Zahl der geschossenen Waschbären, die im Jahr 2015 wiederum die Marke von 1.000 überschritten hat.

Hegen und Pflegen

Zünftig begrüßt wurden die etwa 200 Jäger der Jägerschaft Göttingen zur Jahreshauptversammlung durch einen Gruß des eigenen Bläsercorps. Der Vorsitzende der Jägerschaft Göttingen, Dieter Hildebrandt, berichtete, dass das Jahr 2015 aus jagdpolitischer Sicht sehr bewegt gewesen sei. "Mit der Novellierung der Jagdzeiten und der drohenden Novellierung des Jagdgesetzes gab es zwei wirklich elementare Ereignisse", so Hildebrandt. Der Jurist berichtete von elf Normenkontrollanträgen beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg gegen die Jagdzeitverordnung und der Verhinderung der Novellierung des Niedersächischen Jagdgesetzes. Weiterhin wurde über bleifreie Munition und die Problematik von Schallminderern diskutiert – ebenso wie über eine Verschärfung des Waffenrechts auf der europäischen Ebene.

Und natürlich gibt es keine Jahreshauptversammlung ohne Ehrungen. Hans-Hermann Krätzschmar aus Göttingen ist ab sofort Ehrenmitglied der Jägerschaft Göttingen. Er habe sich, so Hildebrandt, um das Waidwerk sehr verdient gemacht, prüfe kompetent die Jung-Jäger und habe gerade das 80. Lebensjahr vollendet.

Treuenadeln gab es für Claus Burmester und Friedrich Wilhelm Vockenberg für 60 Jahre Mitgliedschaft im Verein; für Hans Georg Curtze für 50 Jahre, für Wolfgang Euler und Hans-Dietrich Eggers für 40 Jahre, sowie für Reinhold Schiele, Dietrich Risto und Bernhard Hildebrandt für 25 Jahre Vereinszugehörigkeit.

Von der Aufsichtsbehörde der Jäger, dem Landkreis Göttingen, war die Erste Kreisrätin, Christel Wemheuer, als Vertreterin des Landrates nach Güntersen gekommen. Sie lobte den großen Einsatz der Jäger beim Biotop- und Landschaftsschutz . "Ich wünsche mir weiterhin so viel Aktivität in Hege und Pflege", so Wemheuer. Und genau für dieses Engagement erhielt Wolfgang Schmidt aus Waake den Naturschutzpreis der Volksbank Mitte. Eine dreiköpfige Kommission, bestehend aus Ernst-Friedrich Wille, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Jägerschaft Göttingen, Karl-Heinz Junge, und Volksbank-Vorstand Ralf Döring war zum Ergebnis gekommen, dass Schmidt ausgezeichnete Naturschutzmaßnahmen mit Streuobstwiesen und einem Magerrasen vor einem Waldgebiet getroffen habe. Dies wurde mit einem Preisgeld von 1.500 Euro belohnt. bb

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