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Stramm rechts an jedem Sonntag

Adelebsen Stramm rechts an jedem Sonntag

Nach ihrer Kundgebung am Mittwochabend in Adelebsen haben die Organisatoren des stramm rechten „Freundeskreises Thüringen/Niedersachsen“ angekündigt, von nun an an praktisch jedem Sonntag am gleichen Ort eine sogenannte „Mahnwache“ abzuhalten.

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Bilder wie dieses sind auch in künftig zu erwarten: Adelebsen steht ein unruhiges zweites Halbjahr bevor.

Quelle: Swen Pförtner

Adelebsen. Die entsprechenden Anträge seien bereits eingegangen, erklärte Kreisverwaltungssprecher Ulrich Lottmann am Donnerstag.

Bislang angekündigt sind die Termine 10., 17., 24. und 31, Juli, 7., 14., 21. und 28. August, 4., 18. und 25. September, 2., 9., 16., 23. und 30. Oktober, 6., 13., 20. und 27. November, 4., 11. und 18. Dezember. Am Sonntag, 11. September, ist „Freundeskreis“-Ruhetag – dann nämlich ist Kommunalwahl. Dafür hat „Freundeskreis“-Organisator Jens Wilke seine Kandidatur als Landrat angekündigt.

Damit ist auch abzusehen, dass Adelebsen eine unruhiges zweites Halbjahr bevorsteht: Nicht nur wird die Polizei massiv Präsenz zeigen, auch die Gegendemonstranten werden in nicht geringer Stärke erscheinen. Entsprechende Mitteilungen seien ebenfalls bei der Kreisverwaltung eingegangen, erklärte Lottmann. Am Mittwoch waren gut 150 Protestler anwesend, die den Bereich westlich des Rathauses intensiv mit Sprechchören, einem ohrenbetäubenden Trillerpfeifenkonzert, Vuvuzelas und diversem anderen Lärmgerät beschallten. Der „Freundeskreis“ antwortete mit „völkischer“ Musik und Agitationspropaganda aus einer lautstarken, aber schlecht abgestimmten Lautsprecheranlage.

Was der Polizei wie auch der Kreisverwaltung auffiel: Mindestens optisch scheint sich der „Freundeskreis“ zu radikalisieren. Waren die Teilnehmer früherer Kundgebungen noch um ein halbwegs bürgerliches Auftreten bemüht, kamen sie diesmal martialischer daher – so mit T-Shirt-Aufdrucken wie „Hatecore“, „Legion Walhalla“, dem Eisernen Kreuz samt Stahlhelm oder Slogans mit dem Wort „Asylbetrüger“.

Der „Freundeskreis“, mit etwa 30 Teilnehmern vertreten, hatte ausweislich der Autokennzeichen Mitglieder und Sympathisanten aus den Bereichen Northeim, Eschwege, Kassel und dem Eichsfeld mobilisiert. Sie sahen sich Gegendemonstranten unter anderem aus Göttingen, Dransfeld, Güntersen, Duderstadt und Katlenburg-Lindau gegenüber.
Über die neuerlichen Anträge hat die Göttinger Kreisverwaltung noch nicht entschieden. Eine summarische Prüfung, sagt Sprecher Lottmann, werde es nicht geben, „jeder Termin wird einzeln geprüft“. Derzeit gebe es jedoch „keine Ansatzpunkte für eine Untersagung“.

Wer kann sich zur Wahl stellen?

Laut Niedersächsischem Kommunalverfassungsgesetz kann jeder Bürger zum Landrat gewählt werden, wenn er am Wahltag „mindestens 23 Jahre, aber noch nicht 67 Jahre alt ist“ und nicht von der Wählbarkeit ausgeschlossen ist. Außerdem muss der Kandidat die Gewähr dafür bieten, „jederzeit für die freiheitlich demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland einzutreten“. Es ist nicht notwendig, dass der Bewerber Mitglied einer Partei ist. Es gibt zwei andere Möglichkeiten: Er kann einer Wählergruppe angehören, die auch ein lockerer Zusammenschluss von Bürgern sein kann. Oder er kann sich als Einzelbewerber zur Wahl stellen. Wahlvorschläge müssen bis zum 25. Juli, 18 Uhr, eingereicht werden.

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