Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Sprühregen

Navigation:
Verantwortliche des Alma-Louisen-Stifts weisen Kritik an Einrichtung zurück

„Schäbig und unehrlich“ Verantwortliche des Alma-Louisen-Stifts weisen Kritik an Einrichtung zurück

In harschen Worten haben Verantwortliche des Alma-Louisen-Stifts in Adelebsen die Kritik von Mitarbeitern und der Gewerkschaft Verdi zurückgewiesen. Die Vorwürfe waren ein zentrales Thema bei der Mitgliederversammlung des Trägervereins der diakonischen Einrichtung.

Voriger Artikel
Windräder in der Gemeinde Adelebsen: „Stoppt die Windmonster“
Nächster Artikel
Ortsheimatpfleger Fritz Schmidt mit besonderem Angebot
Quelle: dpa (Symbolfoto)

Adelebsen. Hans-Georg Wojas, Vorsitzender des Trägervereins, hob hervor, das Alma-Louisen-Stift habe aufgrund des Engagements der Haupt- und Ehrenamtlichen einen herausragenden Ruf. Doch in die kleine Gemeinschaft hätten sich Neid, Missgunst und Rechthaberei eingeschlichen.

Die Gewerkschaft Verdi vertritt mehrere der Mitarbeiter, weil diese aufgrund von Zusatzvereinbarungen seit Jahren auf Teile des von der Diakonie vorgesehenen Gehalts verzichten und dies auch in Zukunft tun sollen. Zudem gibt es Vorwürfe von Mitarbeitern über Schikanen für diejenigen, die sich diesem Kurs des Hauses widersetzen.

Um die von der Diakonie vorgesehenen Gehälter zu zahlen, seien die Einnahmen im ländlichen Südniedersachsen schlicht nicht hoch genug, so Wojas. Die Mitarbeiter seien über die Lage des Hauses immer umfassend informiert worden und hätten die beispielhafte, auf Solidarität zielende und arbeitsrechtlich einwandfreie Vereinbarung unterschrieben. Welche Gründe wenige Einzelne hätten, dieses Verfahren „auf schäbige und unehrliche Weise anzugreifen“, erschließe sich ihm nicht, so Wojas.

Im Stift seien 117 Mitarbeiter  auf 71 Vollzeitstellen beschäftigt, sagte Geschäftsführer Ludger Temme. Mit der neuen Vereinbarung würden die Gehälter immerhin um rund neun Prozent angehoben, jedoch nicht um die 15 Prozent, die für das Diakonie-Niveau nötig wären. Dies sei nicht möglich, weil sonst die Kunden aufgrund zu hoher Preise abwanderten. Auf dem Land könnten nicht so hohe Preise verlang werden wie in der Stadt Göttingen.

Gegen den größten Arbeitgeber im Flecken Adelebsen werde derzeit mit unfairen Mitteln wie anonymen Briefen und bewussten Falschaussagen ein Feldzug geführt, so Temme. Kein Mitarbeiter sei gezwungen, im Alma-Louisen-Stift zu arbeiten. Der Einrichtung gehe es nicht darum, einen Gewinn zu erzielen, sondern eine schwarze Null zu schreiben, ergänzte Wojas. Die Gewerkschaft habe nicht einmal das Gespräch mit den Beteiligten gesucht. Dinah Stollwerck-Bauer, Vorstandsmitglied und frühere CDU-Bürgermeisterin, sagte, die politische Gemeinde sei immer froh gewesen, dass es eine Einrichtung wie das Stift im Flecken gebe.

Julia Niekamp von der Gewerkschaft entgegnet, Verdi vertrete derzeit im Hinblick auf Gehaltsforderungen elf Mitarbeiter des Stifts rechtlich. Bei zwei dieser Mitarbeiter gehe darüber hinaus auch um das Thema Schikanen am Arbeitsplatz. Sie habe der Mitarbeitervertretung des Stifts Informationen zukommen lassen, aber keine Rückmeldung erhalten, so Niekamp. Die Verantwortlichen der Einrichtung müssten sich fragen lassen, ob die diakonischen Grundsätze der Einrichtung nur nach außen gelten sollten oder auch nach innen gegenüber den Mitarbeitern.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Vor 25 Jahren erhielt der Göttinger Wissenschaftler Erwin Neher den Nobelpreis