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Mahnwache vor dem Rathaus

Protest gegen Flächennutzungsplan in Adelebsen Mahnwache vor dem Rathaus

Mit einem schwarzen Sarg und einem Wald mannshoher Windräder hielten am Dienstagabend 50 Bürger vor dem Adelebser Rathaus eine Mahnwache ab. Das hielt den Rat der Gemeinde nicht davon ab, mit 14 gegen vier Stimmen den Flächennutzungsplan zu ändern.

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Die Mahnwache während der Ratssitzung

Quelle: R

Adelebsen. Nun können östlich von Barterode und südlich von Adelebsen Windräder gebaut werden.

In der mehr als einstündigen Diskussion, bei der die Gegner noch einmal ausführlich zu Wort kamen, schonten sich beide Seiten nicht. Der Arzt Thomas Carl Stiller von der Bürgerinitiative Esebar warnte vor Infraschall. Darüber zu befinden, so Gemeindebürgermeister Holger Frase (SPD), liege außerhalb der Kompetenzen des Rates. Lange wurde über angeblich nicht berücksichtigte Rotmilanhorste gestritten. Die Vorkommen des gefährdeten Vogels würden im weiteren Verfahren bedacht, erklärte Petra Löb-Kompart (Grüne).

Verletzt zeigten sich die Kommunalpolitiker über Vorwürfe aus Reihen der Gegner, die Ratsmitglieder verfolgten persönliche, wirtschaftliche Interessen oder kungelten mit Investoren. Von einem „gezielten Streuen von Halbwahrheiten“ sowie „bewussten Diffarmierungen“, sprach Andrea Ströbele (Grüne). Das „vergifte“ die Stimmung in den Dörfern.

Der Rat müsse im Flächennutzungsplan Vorranggebiete ausweisen, betonte der Gemeindebürgermeister. Anderenfalls könnten Investoren Windräder bereits 400 Meter von der Wohnbebauung entfernt errichten. Das habe die Bundesregierung beschlossen, um die Energiewende voranzutreiben. Dadurch dass die Gemeinde im Flächennutzungsplan einen Mindestabstand von 1200 Metern vorschreibe, schrumpften mögliche Flächen für Windräder auf 2,2 Prozent des Gemeindegebiets. Der Flächennutzungplan sei ein „Steuerungsinstrument“, betonte die CDU-Fraktionsvorsitzende Nicole Schulz.

Eine Vertagung der Entscheidung beantragte Thorsten Hüne (FWG Pro Erbsen). Das wies Löb-Kompart zurück. Der Rat arbeite seit sechs Jahren an der Änderung. Jetzt müsse eine Entscheidung, unbeeindruckt von „Partikularinteressen“, fallen. Das sorgte für Empörung im Publikum. Hüne stimmte am Ende gemeinsam mit den Sozialdemokraten Uwe Filthuth, Berthold Freter und Walter Koch gegen die Ausweisung der 140 Hektar großen Vorrangfläche bei Barterode und der 31 Hektar großen Fläche bei Adelebsen.

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