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Ausstellung über Landkarten aus Kinderbüchern

Bovender Kulturfreunde Ausstellung über Landkarten aus Kinderbüchern

Was wäre Robinson ohne seine Insel? Was die Schatzinsel ohne die Idee, wie sie aussehen könnte? Die Welten, die Daniel Defoe oder Robert Louis Stevenson erschufen, haben nicht nur in den Köpfen junger Leser, auch bei Kartografen die Fantasie angeregt. In Bovenden sind jetzt 70 Landkarten aus Kinderbüchern zu sehen.

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Kulturfreunde Bovenden eröffnen neue Ausstellung "Mit 70 Karten um die Welt - Kartografische Fundstücke der Kinder- und Jugendliteratur aus drei Jahrhunderten" in der Galerie am Thie.

Quelle: Heller

Bovenden. Es sind Karten der äußeren Welt, wie es sie wirklich gibt, aber kindgerecht dargestellt. Es sind Karten, die mit den Mitteln der realen Kartografie Fantasiewelten zeichnen. Und es sind Landkarten innerer Welten, die die fiktiven Räume mit Fantasie illustrieren. Dass der Ausstellungstitel "Mit 70 Karten um die Welt" an Jules Verne erinnert, ist kein Zufall. Der Wissenschaftsautor und Utopist Verne beschrieb ebensolche Welten, und diese wurden vielfach kartografiert.

Es ist die zweite Ausstellung, die die Bovender Kulturfreund in Kooperation mit  der Internationalen Jugendbibliothek München organisieren. Für vier Wochen ist die Ausstellung, zu der sich gern Gäste oder Schulklassen (Telefon 0551/838000) beim Vorsitzenden Thomas Minzloff anmelden können, in der alten Schule Bovenden zu sehen. Die Jugendbibliothek ist die größte Kinderbuchsammlung der Welt und hat eine Reihe von Wanderausstellungen zusammensgestellt. Die 70 Faksimiles der Karten-Ausstellung ergänzt Minzloff um 30 Bücher, aus denen sie stammen. Denn der Vorsitzende ist Antiquar.

Da liegt zum Beispiel ein Exemplar des "Herr der Ringe". Wer Tolkien je gelesen hat, der kennt die Länder Gondor und Mordor, die Hochebene von Gorgoroth. Die ursprüngliche Karte Tolkins ist unzählige Male von Fans verfeinert, in immer neue Landschaften umgezeichnet worden. Tolkins kleine Welt gilt als Vorbild für viele literarische Landschaften.

Auffällig ist auch bei anderen Karten aus Kinderbüchern: Möglichst viele Landschaften, Städte, Flüsse und Meere konzentrieren sich auf engstem Raum. So auf "Dreckwetter" und "Morgenröte", zwei Inseln im "Blauen Meere", oder auf den detailreichen Bildern der japanischen Adaption von "Nils Holgerson". Selma Lagerlöf hat in dem Klassiker ihren Helden die Heimat Schweden von oben erleben lassen. Sie hat literarisch eine Landkarte ausgebreitet, die danach wieder unzählige Male illustriert wurde. Und Landkarten dienen selbst in reinen Fantasieprodukten, wie den Abenteuern eines Maulwurfs, als Hilfe zum Verstehen und Verorten der Abenteuer. "So wie Kinder ihre erlebte Welt mit Bildern versehen - praktisch kartografieren", sagt Minzloff.

Genau wie Peter Pan. Der erlebte seine Abenteuer auch erst im echten Kensington Garden in London, wo heute noch sein Denkmal steht, bis ihm Autor James Matthew Barrie seine Fantasiewelt Nimmerland gab. Natürlich gibt es auch Landkarten von Nimmerland.

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