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Bovenden: Patchwork-Familie hofft auf Einigung

Gericht entscheidet über Räumungsklage und Höhe der Mietschuld Bovenden: Patchwork-Familie hofft auf Einigung

Das Haus, in dem eine Bovender Großfamilie noch immer lebt, ist in desolatem Zustand. Deshalb hatten sie die Miete gemindert. Der Vermieter hatte ihnen unterdessen gekündigt und wegen aufgelaufener Mietschulden Räumungsklage eingereicht. Jetzt muss sich das Gericht mit dem Fall beschäftigen.

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Noch immer wohnt die achtköpfige Familie im Bovender Kiefernweg, doch die Räumungsklage steht im Raum.

Quelle: Pförtner

Bovenden. Gerichtstermin könnte voraussichtlich noch im Februar sein, hofft Jens Grundei. Der Fachanwalt für Mietrecht vertritt die Bovender Patchworkfamilie und hofft auf eine Einigung, was die Höhe der Mietrückstände und einen möglichen Auszugstermin angeht. Denn alle bisherigen Versuche der Familie, eine neue Bleibe zu finden, seien bisher gescheitert.

Zur Vorgeschichte: Vor etwa dreieinhalb Jahren waren Tobias Bergmann mit seinen zwei und Manuela Winter mit ihren drei Kindern und dem gemeinsamen Kind in das Haus am Kiefernweg in Bovenden eingezogen. Winter sagt, 860 Euro Kaltmiete seien vereinbart worden. Aber schon nach dem ersten Winter hätten sie die Miete auf 660 Euro gemindert, da das Gebäude etliche Mängel habe: eine defekte Heizung, rissige, feuchte und zum Teil sogar verschimmelte Wände, morsche Fensterrahmen, bröckelndes Mauerwerk, rostige Rohre, ein undichtes Dach – das Paar zählt allerlei Mängel auf. Im Dezember vergangenen Jahres kam dann die fristlose Kündigung samt Räumungsklage durch den Vermieter. Ein TV-Team und das Tageblatt berichteten über die drohende Obdachlosigkeit der Familie. Vor Weihnachten gab es zwar ein Wohnungsangebot aus einem Uslarer Ortsteil an die Familie, Winter und Bergmann wollten ihre sechs Kinder aber möglichst nicht aus ihrem gewohnten Umfeld herausreißen. Dazu war die Arbeitsstelle Bergmanns in Bovenden, der Familienvater allerdings nicht mobil. Deshalb harrt die Patchworkfamilie noch immer in der Bovender Immobilie aus.

Wohnungsannoncen in der Zeitung, über E-Bay oder auf anderen Kanälen – Winter und Bergmann sagen:  „Wir bemühen uns seit drei Jahren“, doch oft wiegelten potenzielle Vermieter ab, „wenn sie hören, dass wir acht Personen sind“.
Nun hat die Patchworkfamilie ein kleines Haus in Lenglern gefunden, dessen Eigentümer bereit wären, an sie zu vermieten, sagt Winter. Wann sie den Mietvertrag unterschreiben können, hänge davon ab, wie schnell die Vormieter etwas finden und ausziehen, berichtet Winter. Im Idealfall wäre das vor der drohenden Zwangsräumung der Bovender Patchwork-Familie der Fall.

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Bovenden

Im Fall der Räumungsklage, mit der eine Bovender Großfamilie konfrontiert ist, steht am Montag die Verhandlung vor dem Göttinger Amtsgericht an. Unterdessen haben Gemeinde und Landkreis den Vorwurf zurückgewiesen, sie hätten nicht geholfen, obwohl sechs Kinder in dem Schimmel-Haus leben.

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Von Redakteur Britta Eichner-Ramm

Das Tanz-Team des TSC-Schwarz-Gold Göttingen