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Bovender Gemeinderat nimmt seine Arbeit auf

Stellvertreter: SPD-Fraktion geht leer aus Bovender Gemeinderat nimmt seine Arbeit auf

Die Mitglieder des neu gewählten Bovender Gemeinderates haben am Freitagabend ihre Arbeit aufgenommen. Nach ihrer Verpflichtung durch Bürgermeister Thomas Brandes (SPD) wählten sie einstimmig Bernd Riethig (SPD) zum Ratsvorsitzenden. Keine Einigkeit gab es bei der Wahl der Bürgermeister-Stellvertreter.

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Bovendens Bürgermeister Thomas Brandes (v. l.) würdigt das ehrenamtliche kommunalpolitische Engagement von Reinhard Schmidt, Klaus-Dieter Stümpel und Burkhard Schmidt.

Quelle: be

Bovenden. Die stärkste Fraktion mit 13 Mitgliedern im neuen Bovender Rat ist zwar die SPD, da aber die Ratsmitglieder von CDU (8), Freie Wählergemeinschaft (FWG, 4), Grüne (3) und FDP (1) eine Gruppe gebildet haben, hat die Gruppe die Stimmenmehrheit. Und so scheiterte der SPD-Vorschlag, Marianne Stietenroth zur Bürgermeister-Stellvertreterin zu wählen gleich dreimal in geheimer Wahl bei 14 zu 17. Bürgermeister Brandes stimmte dabei für die SPD-Kandidatin, Alfa-Ratsherr Heinz Doil unterstützte die Gruppe. Die drei Bürgermeister-Stellvertreter sind: Harm Adam (CDU), Hans Schäfer (FWG) und Efrosini Bachtsevani-Behmel (Grüne).

Adam Harm.

Quelle: R

Nachdem die Ausschüsse gebildet wurden wiesen die Vertreter der Ratsfraktionen in ihren Statements auf ihre Prioritäten hin. Die Mehrheitsgruppe ignoriere die Realitäten, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Thorsten Heinze und verwies auf das Wahlergebnis, 45 Prozent für die SPD. "Darüber könnten wir nun verärgert sein und den Kopf in den Sand stecken", sagte Heinze. Vielmehr wolle man aber wie in den vergangenen fünf Jahren "aus der vermeintlichen Oppositionsrolle heraus" Akzente setzen. Deshalb habe man sich "in den vergangenen sechs Wochen nicht mit der Verteilung von Posten sondern mit der Zukunft Bovendens beschäftigt", hob Heinze hervor und nannte das Thema Bürgerbefragung zum weichen Wasser, eine bedarfsgerechte Schaffung von Baugebieten, einen verbesserten öffentlichen Personennahverkehr und die Schaffung einer Oberstufe an der IGS Bovenden.

Efrosini Bachtsevani-Behmel

Quelle: R

"Die Gruppe", sagte der CDU-Sprecher Harm Adam, fühle sich durch ein Wählervotum von 53 Prozent bestätigt. Als Beispiele der gemeinsamen politischen Zielen der Gruppe nannte Adam unter anderem den Ausbau des Radwegenetzes, die Innen- vor Außenerschließung beim Wohnungsbau oder auch eine Ausweitung der interkommunalen Zusammenarbeit. Vor einer Bürgerbefragung zum Thema Wasserversorgung sei eine umfassende Information sicherzustellen. Die Nanofiltration sei für die Gruppenpartner "keine Alternative".

Hans Schäfer.

Quelle: R

Reinhard Bodenburg (FWG) nannte als Ziel, das Leben der Bovender in den Ortsteilen weiter zu verbessern. Als Beispiele nannte er einen Bürgerbus mit festem Liniennetzplan oder das Aufrechterhalten von Grundschulen und Kindertagesstätten, aber auch die Möglichkeit für jeden Haushalt, "das angelieferte Trinkwasser für seinen Gebrauch individuell aufzuarbeiten oder so zu nutzen, wie es aus der Quelle sprudelt".

Möglichst wenig Flächenversiegelung für Bau- und Gewerbegebiete und eine differenziertere Staffelung von Kindergartenbeiträgen oder bei den Gebühren für Dienstleistungen der Kommune sind Prioritäten, die die Grünen im Rat nach Aussage von Efrosini Bachtsevani-Behmel setzen. Außerdem "sind wir gegen ein Güterverkehrszentrum bei Lenglern", sagte sie.

Jan Heinrich Risting (FDP), mit 18 Jahren jüngster Ratsherr, forderte eine stärkere Beteiligung der jüngeren Menschen. Außerdem möchte er Eltern mehr Flexibilität durch eine Erweiterung der Kinderbetreuungszeiten, etwa durch eine Verlängerung der Öffnungszeiten, ermöglichen. In Bezug auf die Wasserversorgung sehe er sich an das Bürgervotum von 2008 gebunden und würde an eine neue Befragung klare Bedingungen stellen, zum Beispiel die Nanofiltration von vornherein ausschließen. Schließlich bekam auch Ratsherr Heinz Doil (Alfa) Gelegenheit zu einem Statement. Er werde konstruktiv mitarbeiten, sagte er, "aber als Einzelner auch mal den Finger in die Wunde legen".

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Von Redakteur Britta Eichner-Ramm