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Domänen-Areal in Harste herausgeputzt

Dornröschen wachgeküsst Domänen-Areal in Harste herausgeputzt

Rund 1,6 Millionen Euro hat die Firma Tedox investiert, um die alte Amtsmühle auf dem Domänen-Areal in Harste herzurichten. Zum Jahresbeginn sollen hier 24 Büroarbeitsplätze für die Personalverwaltung des Unternehmens bezogen werden.

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Endspurt vor Abschluss der Sanierung: Tedox-Prokurist Hans-Jürgen Pfund (l.) mit Architekt Hansjochen Schwieger auf der Baustelle.

Quelle: Wenzel

Harste. Nachdem das alten Mühlengebäude frei wurde, habe Firmengründer Karl-Heinz Rehkopf Weitsicht bewiesen und das Gebäude samt Schuppen gekauft, um es ins Domänenareal zu integrieren, sagt Tedox-Prokurist Hans-Jürgen Pfund. Weil das Unternehmen weiter wachse, würden am Harster Firmensitz dringend neue Büros benötigt, so Pfund. Im Frühjahr wurde mit der Sanierung des eher unscheinbaren Mühlenbebäudes, dem Abriss des alten Schuppens und dem neuen Anbau begonnen. Für die Planung zeichnete der Göttinger Architekt Hansjochen Schwieger verantwortlich.

Die historische Amtsmühle wurde vermutlich 1589 erbaut. Diese Jahreszahl ist über der früheren Eingangstür im Sandstein zu sehen. Optisch machte das frühere Mühlengebäude keinen sonderlich attraktiven Eindruck. In den 60er-Jahren hatten es sich die früheren Besitzer zum Wohnhaus umgebaut. Der Denkmalschutz sei bis zum Start der Sanierung des wohl ältesten Hauses in Harste nicht einmal der Meinung, dass es sich um ein Denkmal handeln könnte, berichtet Pfund.

Während der Sanierung traten denn auch einige Überraschungen zutage. So hätten Untersuchungen des im Originalzustand beibehaltenen Dachstuhls gezeigt, dass dieser älter ist als ursprünglich vermutet. Bisher war man nämlich davon ausgegangen, dass die alte Amtsmühle abgebrannt war. Sowohl der historische Dachstuhl als auch die alten Holzbalkendecken blieben bei der Sanierung erhalten. Beim Einbau der neuen Gründung wurde ein altes Mühlrad gefunden, das im Eingangsbereich einen Ehrenplatz bekommen soll. Und auch die an einer Innenwand gefundene Feuerstelle blieb erhalten und der alte Mühlgraben, der zuletzt in einem Rohr verlief, wurde freigelegt.

Der historische Bau wurde entkernt, das Natursteinmauerwerk freigelegt und hergerichtet, erläutert Schwieger. „Hier wurde ein Dornröschen wachgeküsst“, schwärmt Pfund, denn welches Schmuckstück sich hinter der alten Amtsmühle verbirgt, habe anfangs keiner geahnt. Große Schwierigkeiten hätten der hohe Grundwasserspiegel und der schlechte Baugrund bereitet, sagt Pfund. „Allein die Bodenverfestigung hat einen sechsstelligen Betrag verschlungen“, so der Tedox-Prokurist. An Stelle des ehemaligen Scheunengebäudes wurde ein Neubau errichtet, so Schwieger. Der übersetze die historische Bauweise in moderne Form. Ein Treppenraum schaffe die Verbindung zwischen der alten Mühle und dem neuen Gebäude.

Vom Gutshof zu Tedox

Die meisten Gebäude der früheren Domäne in Harste stammen aus dem 18. Jahrhundert. Als Karl-Heinz Rehkopf und sein damaliger Partner Rainer Wunderlich 1972 hier die Teppich Domäne Harste gründeten, waren die Immobilien ziemlich heruntergekommen.

1985 trennten sich die Inhaberfamilien Rehkopf und Wunderlich, Karl-Heinz Rehkopf führte den Harster Betrieb weiter. Heute heißt die Firma Tedox und hat bundesweit 104 Filialen. Das Gebäudeensemble der Domäne in Harste steht unter Denkmalschutz. In die jetzt sanierte alte Amtsmühle zieht die Personalabteilung ein.

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