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Emmenhausen ist das kleinste Dorf im Flecken Bovenden

Dorfidylle und Handwerkerort Emmenhausen ist das kleinste Dorf im Flecken Bovenden

Rund 14 350 Menschen leben im Flecken Bovenden. Die 1000-jährige Burg Plesse ist das Wahrzeichen der Gemeinde. Wie lebt es sich in den acht Bovender Ortsteilen, und was zeichnet sie aus? Heute: Emmehausen, das kleinste Dorf im Gemeindegebiet.

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Werner Fuhrmann und Ortsbürgermeister Ralf Stutz vor Fuhrmanns Fachwerkhaus, das einmal eine Mühle war.

Quelle: Hinzmann

Emmenhausen. Mitten durch den Ort fließt der Bach Harste. „Der war früher ein kleiner Wirtschaftsfaktor“, sagt Ralf Stutz, sozialdemokratischer Ortsbürgermeister des 185-Einwohner-Örtchens, in Erinnerung an örtliche Mühlen. In den Uferbereichen sprießt üppig Brunnenkresse. „Daraus kann man Salat machen“, weiß Stutz. Das habe sich vor Jahren ein findiger Einwohner zunutze gemacht und Restaurants mit dem Grünzeug beliefert: Dorfidylle am Rande des Fleckens Bovenden.

Überalterung ist in Emmenhausen kein Problem. Nur etwa ein Fünftel der Bürger gehörten der Altersgruppe der 65- bis 80-Jährigen an, sagt Stutz. Und rund 80 Einwohner seien jünger als 35 Jahre. Leerstehende Häuser gebe es nicht, „Immobilienverkäufe sind nicht schwierig“. Auch Wohnungsvermietungen dauerten meist nicht länger als vier Wochen. Wer sich allerdings ein neues Eigenheim bauen wolle, habe es in Emmenhausen nicht leicht. In jüngster Vergangenheit sei ein privat erschlossenes kleines Baugebiet entstanden.

Planungen der Gemeinde, weiteres Bauland auszuweisen, gebe es bislang nicht. „Das wäre unser Wunsch an den Flecken: Den Bürgern und Zuzugsinteressenten die Möglichkeit geben, hier zu bauen“, betont Stutz. Ein weiteres Anliegen ist ihm das von der Feuerwehr – einzig verbliebener Verein des Ortes – übernommene Dorfgemeinschaftshaus, „bei der Instandhaltung benötigen wir Unterstützung“, so seine dringende Bitte.

Stutz wohnt gern in Emmenhausen – bedauert aber, dass beispielsweise der Nachbarort Lenglern mit Bäckerei und Apotheke nicht mehr mit dem öffentlichen Personennahverkehr zu erreichen ist. „Der Bus hält nicht mehr in Lenglern. Und Brötchenholen mit dem Sammeltaxi macht keinen Spaß.“ Überzeugter Emmenhäuser ist auch Werner H. T. Fuhrmann, der 1974 die alte Wassermühle kaufte, restaurierte und einzog. „Ich habe in vielen Ländern gearbeitet“, sagt der ehemalige DPA-Redakteur, „und wollte einfach nur Ruhe“. Schon beim ersten Spaziergang in Emmenhausen habe er gefunden, was er suchte, erinnert sich der heute 79-Jährige.

Nicht nur die Natur rund um das Dorf schätzt Fuhrmann, sondern auch deren Bewohner, so etwa den Nachbarn, der ihm bei der Renovierung seines Anwesens beistand, „der konnte alles“. Heute, sagt Fuhrmann, beherrsche er selbst viele Gewerke, „ich weiß beispielsweise alles über Fachwerk“. Metallbau, Hoch- und Tiefbau-Experten, Zimmerei: Dass es in Emmenhausen noch viele Handwerker gibt freut Ortsbürgermeister Stutz ganz besonders, „das ist sehr schön für diesen kleinen Ort“.

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