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Erster Schaulmesterdag in den Landkreisen Göttingen und Northeim

Plattdeutsch soll zukunftsfähig werden Erster Schaulmesterdag in den Landkreisen Göttingen und Northeim

„Geiht nich gifft ‚t nicht“, hieß es beim „Schaulmestertag“ der Landkreise Göttingen und Northeim. Zu der Fortbildung kamen Schulleiter, Lehrer und Ehrenamtliche in die Heimvolkshochschule Mariaspring in Bovenden und lernten, wie die plattdeutsche Sprache an Schulen verstärkt vermittelt werden kann.

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Schuleiter und Lehrer diskutieren, wie sie Plattdeutsch in der Schule fördern können.

Quelle: Hinzmann

Bovenden. Organisiert wurde der Schaulmestertag von Andreas Kompart. Er ist an der Niedersächsischen Landesschulbehörde Berater für die Region und ihre Sprachen. Plattdeutsch gilt als eigenständige Sprache und wird bereits in den Grundschulen Hemeln und Gimte als Starterschulen angeboten. Kompart wünscht sich, dass Plattdeutsch Einzug in weitere Schulen hält und dort einen festen Platz im Unterricht findet.

 Zusammen mit dem Südniedersächsischen Plattdeutsch-Forum und der Arbeitsgemeinschaft für Südniedersächsische Heimatforschung verfolgt Kompart das Ziel, „Plattdeutsch in die Öffentlichkeit zu tragen und zukunftsfähig zu machen“, wie er erklärte. Dazu lernten die Teilnehmer in Workshops Methoden zur Vermittlung der Sprache kennen, bekamen Spiele gezeigt und eine große Auswahl an Büchern vorgestellt.

Durch die Workshops führten Hans und Christa Meinen. Sie erklärten spielerisch plattdeutsche Begriffe, bei denen die Teilnehmer regionale Unterschiede ausmachten. Sie stellten sich untereinander mit Vogelnamen vor, rieten Silben beim Spiel „Chinesisches Restaurant“ und bauten als Schauspieler ein Standbild. Dabei wurden immer wieder Sätze wiederholt, damit sich die neu gelernten Begriffe einprägen.

Zwei Teilnehmerinnen kamen ohne Plattdeutsch- Kenntnisse in den Kurs und waren begeistert. Annette Rummenkohl hat der Workshop „super viel Spaß gemacht“, wie die Lehrerin erklärte. Ihr gefiel dabei vor allem die Lebendigkeit der Sprache. Sie soll an ihrer Schule übernehmen, wenn ihr Plattdeutsch-Kollege in den Ruhestand geht. Junge Menschen für Plattdeutsch zu begeistern, ist auch erklärtes Ziel von Kompart. Er will mit der Sprache Identität stiften und sie mit modernen Inhalten weitertragen.

Für den Schulunterricht ist dazu als praktische Stütze „Plattdütsch in de Schauln“ erschienen. Das Buch wurde von den Landkreisen Göttingen und Northeim herausgegeben und enthält neben Texten im regional gesprochenen ostfälischen Platt auch die hochdeutsche Übersetzung.

Von Katrin Westphal

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