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Im Rhythmus der Esel

Landwirtschaftlicher Betrieb Im Rhythmus der Esel

„Hier ist eigentlich immer was los, aber so was ist uns noch nicht passiert“, erzählt Mieke Fülling. Die Familie hatte auf ihrem landwirtschaftlichen Betrieb in Bovenden die Ankunft zweier Ponys gefeiert, als Sohn Clemens zwei Esel am Hof sichtete.

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Familie Fülling, Freunde der Familie und ihr Besuch.

Quelle: r

Bovenden. Die Esel waren in Begleitung der Theater-Leute Helena Kågemark und Carlo Magnani aus der Toskana auf dem Weg nach Schweden. Im Rhythmus der Tiere wandert die Gruppe seit fünf Monaten, um „der Melodie der hektischen europäischen Gesellschaft eine langsamere Note hinzuzufügen“, erklärt Magnani. Auf der Suche nach Heu hätten die Esel zur Hofeinfahrt der Füllings gestrebt. „Es war, als hätten sie die positiven Schwingungen gespürt“, meint Kågemark, denn die Familie lud die ungewöhnlichen Gäste ein, zwei Tage auf ihrem Hof zu rasten.

„Zuerst versorgte Mieke die Tiere, typisch“, berichtet Schwester LEONIE. Dann erzählten die zwei Wanderer der Party-Gesellschaft ihre Geschichte. Die Seilartistin und Schauspielerin aus Schweden lernte den ehemaligen Bühnentechniker aus Italien am Theater kennen. Seit Jahren reist das Ehepaar von seinem Sommerwohnsitz in der Toskana für Herbst und Winter nach Göteborg. Irgendwann fragten sie sich: „Was wäre, wenn wir die Strecke liefen?“

„Die Idee, mit zwei Eseln zu gehen, war der Ausgangspunkt, drumherum materialisierte sich das ganze Projekt“, erklärt Kågemark. Den Tieren verdankten sie zahlreiche zwischenmenschlichen Kontakte auf ihrem Weg.

Bei durchschnittlich drei Kilometern pro Stunde wandern sie der „Das erledige ich auf dem Weg-Mentalität“ entgegen, die sie in der Großstadt Göteborg oft beobachtet hätten. Aus Diskussionen über Vergänglichkeit sei auch das Projekt hervorgegangen, an jedem Tag der Reise einen Baum zu pflanzen. Sie fasziniere der Kontrast des langen Wachstumsprozesses zu dem kurzen Moment, in dem ein Baum gefällt werden kann. Familie Fülling bekam daher als Gastgeschenk einen Eichen-Trieb.

Die Esel in guten Händen wissend, hat das Paar von Bovenden aus seit langer Zeit wieder einen Bus genommen. In der Göttinger Innenstadt hätten sie das erste neue Paar Schuhe der Reise angeschafft, erzählen die Beiden. Schließlich ist ihr Weg noch lang.

mn

Die Reise verfolgen kann man im Blog der Wanderer unter unattimostoarrivando.blogspot.de

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