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Von wegen Nachwuchssorgen

Werben um junge Mitspieler Von wegen Nachwuchssorgen

Viele Vereine klagen über Nachwuchssorgen. Nicht so der Fanfarenzug Harste und die Billingshäuser Blasmusikanten. Beide haben um junge Mitspieler geworben - mit Erfolg, wie die musikalischen Leiter versichern.

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Die Trommler Jonas, Kai und Svenja sowie Ramona Lenzner-Pollmann mit den Trompetenkindern Chiara, Mareike und Nina.

Quelle: Peter Heller

Harste/Billingshausen. Nachwuchs zu finden sei für viele Musikvereine „ganz hartes Brot“, sagt Ramona Lenzner-Pollmann, Leiterin des Fanfarenzugs Harste und Vorsitzende der Musikvereinigung Bezirk Harz, dem 33 Spielmannszüge und Blaskapellen angeschlossen sind. Manchmal stünden aber auch nicht genügend Ausbilder zur Verfügung. Und nicht selten werde an den Schulen der Musikunterricht gestrichen. Im Flecken Bovenden sei das anders. An der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Bovenden gab es eine Arbeitsgemeinschaft, so Lenzner-Pollmann, und für die Grundschule in Reyershausen war eine solche angedacht, bestätigt Hans-Heinrich Pinnecke. Er ist Musiklehrer an der Grundschule und leitet die Billingshäuser Blasmusikanten.

Beide hatten mit der Nachwuchswerbung Erfolg. Auf einen Aufruf im Bovender Mitteilungsblatt hätten sich neun neue Mitspieler für die Billingshäuser Bläser gefunden, sagt Pinnecke, der neue Ausbildungskurs begann nach den Sommerferien. Mit dabei „erstaunlich viele Kinder“, so der 33-Jährige, „aber auch Quereinsteiger, also Leute, die schon einmal ein Instrument gespielt haben“.

Direkt zu den Kindern der Grundschule Lenglern/Harste ging der Fanfarenzug Harste, um ihnen im Rahmen der Projektschule ihre Musik und die Instrumente vorzustellen. Die Kinder erhielten dabei einen Gutschein für eine einjährige kostenlose Mitgliedschaft im Fanfarenzug Harste. Das kam an. Knapp ein Jahr später sind noch elf Grundschulkinder in der Trommel- oder der Trompetengruppe dabei. Außerdem machen zwei ältere Nachwuchsmusiker mit.

Der achtjährige Florian findet es toll, dass er die Trompete zum Üben mit nach Hause nehmen kann. „Bei uns bekommt jeder Instrument und Uniform gestellt“, sagt Ausbilderin Lenzner-Pollmann: „Wir wollen jedem die Möglichkeit geben, Musik zu machen, egal aus welcher sozialen Schicht er kommt.“ Das bewertet Daniel Poetze, Vater der achtjährigen Nachwuchs-Trompeterin Johanna, als positiv, denn sonst wäre das für viele sicherlich zu teuer, meint Poetze. Ihr Sohn Florian habe „das erste Mal von sich aus gesagt, er will mitmachen“, lobt Andrea Wanka die Gutschein-Aktion des Fanfarenzugs. Die kleinen Bläser und Trommler üben einmal pro Woche Rhythmik, Noten und den Umgang mit Sticks und Mundstück - und „es macht Spaß“, sagen die Kinder. Deshalb spielt auch die Elfjährige Chiara schon seit fünf Jahren Trompete.

Über den Internetauftritt und die Facebookseite des Fanfarenzugs Harste sei Kiku dazugestoßen. Der Japaner studiert in Göttingen und suchte nach einer Möglichkeit, Musik zu machen, berichtet Lenzner-Pollmann. Das flotte Repertoire der Harster sagt dem jungen Mann offenbar zu. Es gelte, die jungen Leute dort abzuholen, wo sie sind, meint Pinnecke zur Auswahl der Musikstücke. So spielten die Billingshäuser Blasmusiker neben volkstümlicher und kirchlich geprägter Musik auch Swing oder Filmmusik. Allerdings sei es nicht immer einfach, „alle unter einen Hut zu bringen“, zumal der älteste Billingshäuser Bläser „über 80“ sei.

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