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Weich, oder nicht weich?

Das ist in Bovenden die große Frage Weich, oder nicht weich?

Seit nunmehr mehr als zehn Jahren beschäftigt das Thema Trinkwasser die Gemüter im Flecken Bovenden. Weich, oder nicht weich? Das ist die große Frage. Bürgermeister Thomas Brandes erwartet, dass nach 2008 jetzt erneut die Bürger direkt befragt werden sollen.

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Wasserwerk in Bovenden.

Quelle: Heller

Bovenden. In seiner Neujahrsansprache sagte Brandes (SPD), dass das Thema in der Februar-Sitzung des Gemeinderates über das Thema diskutiert werde. Er gehe davon aus, „dass die Ratsfraktionen mehrheitlich eine erneute Bürgerbefragung beschließen werden. Die Meinungen zum Thema gingen auseinander – bei den Bürgern ebenso wie bei den Stadtratsfraktionen „Sogar innerhalb der einzelnen Fraktionen ist das so“, so Brandes. Im Wahlkampf zur Kommunalwahl waren die verschiedenen Positionen Thema

2008 eindeutiges Ergebnis für eigenes Bovender Wasser

2008 hatten die Bovender bereits die Wahl zwischen eigenem, harten Trinkwasser oder dem Bezug von Harzwasser. Das Votum seinerzeit fiel eindeutig für das Wasser aus den eigenen Quellen aus, obwohl dieses mehr als 20 Grad deutscher Härte (° dH) aufweist.

Im vergangenen Jahr brachte die Bovender SPD eine erneute Abstimmung in die Diskussion, denn zum einen gebe es mittlerweile gängige Verfahren der Trinkwasserenthärtung – im Bereich Rosdorf wird seit 2012 die Nanofiltration angewendet. Zum anderen könnte Bovenden sein Trinkwasser künftig ohne größere Umbau der Anlagetechnik von den Stadtwerken Göttingen beziehen. Die eigenen Brunnen blieben weiterhin nutzbar und die Wasserrechte erhalten, argumentierte SPD-Fraktionsvorsitzender Thorsten Heinze.

Der damalige Vorstoß der Genossen, die Bürgern über alle drei Möglichkeiten – Status quo mit eigenem Wasser, Bezug von den Stadtwerken Göttingen oder Nanofiltration – scheiterte an den Mehrheitsverhältnissen im damaligen Rat. In aktualisierter Variante liegt der SPD-Antrag nun erneut auf dem Tisch. „Die Bürger sollen entscheiden und nicht der Rat vorweg“, plädiert Heinze für die Befragung zu allen drei Optionen.

FWG-Antrag: Votum von 2008 soll Bestand haben

Außerdem steht der Antrag der FWG vom November 2016 im Raum, wonach eine Einwohnerbefragung ablehnt und das Ergebnis von 2008 festgestellt werden soll. Fraktionsvorsitzender Reinhard Bodenburg zitiert in der Begründung den damaligen Fraktionssprecher der SPD, der seinerzeit ausgeführt habe, dass sich die SPD-Fraktion an das klare Votum der Bürger gebunden fühle und dieses „langfristig“ Bestand haben werde. Darauf hätten die Bürger vertraut, sagt Bodenburg. „Wir wollen, dass jeder Haushalt selbst entscheiden kann, wie er sein Wasser haben will“. Beim Bovender Wasser könne das jeder über eine eigene Entsalzungsanlage tun, so seine Argumentation.

FDP: Es kommt auf die Wahlbeteiligung an

Auch aus Sicht von FDP-Ratsherr Jan Risting sollte das bestehende Votum akzeptiert werden. Innerhalb der Gruppe CDU, Grüne, FWG und FDP habe man sich inzwischen aber abgestimmt, sagt Risting. Seine Zustimmung zu einer neuen Befragung mache er davon abhängig, dass schon vorher darüber nachgedacht werde, „wie man mit dem Votum umgehen soll“. Einem Wechsel zum Göttinger Wasser würde er nur zustimmen, wenn mehr als 50 Prozent der Bürger dafür stimmen würden. Außerdem komme es auf die Wahlbeteiligung an, ergänzt Risting.

Grüne lehnen Nanofiltration ab

Die Nanofiltration als Option schließen die Gruppen-Mitglieder geschlossen aus. Von „unkalkulierbaren Umweltrisiken“ wenn „Salzsud in die Leine“ geleitet werde, spricht Risting. Die Grünen lehnen „die Installation einer Nanofiltration“ ab, „da dadurch umweltschädliche Abfallprodukte entsorgt werden müssten und der Wasserpreis weiter steigen würde“, argumentiert Petra Jaeckel. Und FWG-Mann Bodenburg führt die hohen Investitionskosten als Grund an.

Die Bovender Grünen sprechen sich für eine Einwohnerbefragung aus, favorisieren Jaeckels Aussage nach aber „die Beibehaltung der Bovender Wasserversorgung nach jetzigem Stand, da die Rechte der Gemeinde am eigenen natürlichen Grundwasser gewahrt bleiben und dies für die Bürger keine Mehrkosten bedeutet“

CDU-Antrag sieht zwei Entscheidungsoptionen vor

Harm Adam hat für die CDU-Ratsfatsfraktion jetzt ebenfalls einen Antrag vorgelegt und zeigt sich zuversichtlich, eine Mehrheit zu finden. „Wir wollen es den anderen Fraktionen und Ratsmitgliedern ermöglichen, die eigenen inhaltlichen Positionen aufrechtzuerhalten“. Auch werde zur Kenntnis genommen, „dass in der Bevölkerung die Diskussion über eine Versorgung der Gemeinde mit weichem Wasser nicht verstummt ist“.  Der CDU-Antrag sieht eine Einwohnerbefragung mit zwei Entscheidungsoptionen vor: die Beibehaltung der Wasserversorgung in der bisherigen Form – „aus Respekt vor dem Bürgervotum von 2008“, heißt es in der Begründung – , sowie der Bezug weichen Wassers von den Göttinger Stadtwerken.

Bei der Vertragsunterzeichnung: Bovendens Bürgermeister Thomas Brandes mit den Geschäftsführern der Gemeindewerke Bovenden, Frank Berlin (links) Lutz Kiefer (rechts).

Quelle: R

Konzeeeionsvertrag verlängert:

Die Gemeindewerke Bovenden bleiben weiterhin Wasserversorger im Flecken Bovenden. Bürgermeister Thomas Brandes (SPD) und die Geschäftsführer der Gemeindewerke Bovenden, Frank Berlin und Lutz Kiefer, haben jetzt den Vertrag zur Neuvergabe der Wasserkonzession mit einer Laufzeit von 30 Jahren unterzeichnet. Der bisherige Vertrag endete Ende 2016.

„Eine solche Vereinbarung ist kein Selbstläufer“, betont Berlin. Vielmehr hätten sich die Gemeindewerke in einem Bewerbungsverfahren um den Zuschlag bemühen müssen. Nachdem Vertragsinhalte und Konditionen ausgehandelt waren, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung von Flecken Bovenden und Gemeindewerken, habe der Rat Anfang Dezember die Vergabe einstimmig beschlossen. Bürgermeister bezeichnet es als das „allerwichtigste“, dass die Wasserversorgung in öffentlicher Hand bleibe.

Beide Vertragspartner äußerten sich erfreut darüber, „dass die erfolgreiche und vertrauensvolle Zusammenarbeit vergangener Jahrzehnte fortgesetzt“ werde. Der jetzt unterzeichnete Vertrag sieht eine Versorgung der Einwohner im Flecken Bovenden mit Trinkwasser mindestens bis ins Jahr 2046 vor. Die Wasserkonzession beinhaltet das Wegenutzungsrecht zur Verlegung und zum Betrieb eines Wasserversorgungsnetzes. Das Wassernetz im Flecken umfasst etwa 192 Kilometer Versorgungsleitungen sowie 4560 Abnahmestellen. Pro Jahr liefern die Gemeindewerke rund 600 000 Kubikmeter Trinkwasser an die Kunden im Flecken Bovenden.

Anlagen und Leitungsnetz würden „fortwährend auf modernem Stand gehalten. In den vergangenen Jahren seien rund 800 000 Euro in den Bereich Trinkwasser geflossen, so Kiefer. Er kündigt weitere Investitionen der Gemeindewerke Bovenden für die nächsten Jahre an – für das Jahr 2017 bezifferte er das Investitionsvolumen auf insgesamt rund 1,1 Millionen Euro.   

                

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