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Auf Umwegen

Im Selbstversuch von der Plesse nach Göttingen Auf Umwegen

Wer aktuell in der Gemeinde Bovenden unterwegs ist, begegnet auf seiner Strecke mit großer Sicherheit eine Vielzahl von Umleitungsschildern. Ein Selbstversuch führt uns mit dem Auto von der Burg Plesse vorbei an allen Baustellen bis zum Ortseingang Göttingen.

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Quelle: Heller

Bovenden. Ein Bauarbeiter richtet am Montagvormittag die Baustelle auf der Kreisstraße ein. Hier unterhalb der Burg Plesse soll während der Ferien ein Fahrradweg entstehen. "Wie lange soll das gesperrt sein", fragt ein Landwirt. Er müsse ja irgendwann schließlich die Ernte einholen. Auf dem durchgestrichenen Schild am Parkplatz der Burg ist noch der Hinweis zu lesen: "Göttingen 11 Kilometer". Mit dieser aktuell nur theoretischen Entfernungsangabe wollen wir die Umleitungsstrecken zwischen Bovendens Wahrzeichen und dem nahegelegenen Oberzentrum vergleichen.

Statt der nun gesperrten K 1 in Richtung Eddigehausen zu folgen, wie es das Navigationsgerät empfiehlt, geht es nach Reyershausen. Von hier aus weist ein Umleitungsschild den Verkehrsteilnehmer über die B 446 durch das malerische Rodetal bis nach Nörten-Hardenberg. Die innerörtliche Beschilderung leitet den Verkehr in Richtung der B3, die im Normalfall die direkte Verbindung ins südlich gelegene Göttingen darstellen würde. Doch den Normalfall gibt es momentan in der Gemeinde selten, wie auch Bürgermeister Bürgermeister Thomas Brandes (SPD) bereits kritisiert hatte. Und so ignoriert man die B3, überquert die Leine und folgt zusammen mit großformatigen Transportern mit internationalen Kennzeichen den Umleitungsschildern auf die Landesstraße 555. Es geht erst nach Parensen und weiter über Harste bis nach Lenglern.

Fluchender Däne in Lenglern

Vor dem Ortseingang hat einer der Lastwagenfahrer sein Fahrzeug vor der Bahnbrücke vorübergehend abgestellt. Der Höhenangabe von vier Metern traut der Däne offenbar nicht und beklagt den Zeitverlust auf dieser "bekloppten Straße". Sein Deutsch ist fließend, der Verkehr auf der engen Ortsdurchfahrt ist es nicht. Tatsächlich trennen den fluchenden Dänen jetzt nur noch knapp zehn Minuten von seinem Ziel im Weender Industriegebiet. Wenig später hat er das umleitungsträchtige Bovender Gemeindegebiet verlassen. Es folgen noch der Autobahnzubringer und ein bisschen Stadtverkehr - ohne weitere Umleitung.

Unsere Testfahrt endet ebenfalls hier, an der gesperrten Auffahrt der B3 aus Richtung Bovenden. Im Hintergrund erkennt man Asphaltiermaschinen auf der gesperrten Strecke. Statt elf waren es 26 Kilometer, die Fahrzeit mit Zwischenstopp an der Bahnbrücke lag bei etwas mehr als 20 Minuten. Eine präzise Zählung der passierten Umleitungsschilder war bei gleichzeitiger Konzentration auf den Straßenverkehr leider nicht möglich.

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