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Integration nicht auf Flüchtlinge beschränken

Vortrag bei Arbeiterwohlfahrt in Bovenden Integration nicht auf Flüchtlinge beschränken

Moralische Ansprüche und Hilfsbereitschaft auf der einen, Ängste und Sorgen auf der anderen Seite liegen dem Göttinger Landrat zufolge bei vielen Menschen dicht beieinander. Wie „Integration praktisch“ im Landkreis funktioniert, darüber sprach er bei einer Veranstaltung der Arbeiterwohlfahrt in Bovenden.

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Göttingens Landrat Bernhard Reuter

Quelle: Thiele/Archiv

Bovenden. Vor rund 50 Besuchern in der Awo-Begegnungsstätte in Bovenden gab Landrat Bernhard Reuter (SPD) zunächst einen Überblick über die die Aktivitäten des Landkreises und die Entwicklung der Flüchtlingszahlen. „Derzeit haben wir das Problem im Griff, aber ich glaube, es ist nur ein Luftholen“, so Reuter. Umso wichtiger sei die Integration, und zwar nicht nur der Flüchtlinge. „Wir sprechen auch über Migranten, die schon länger im Landkreis sind.“ Man dürfe nicht Fehler der Vergangenheit wiederholen, wie etwa als in den 60er-Jahren die Gastarbeiter nach Deutschland geholt wurden oder in den 90er-Jahren mit den Balkanflüchtlingen, und man die Menschen sich selbst überlassen habe, betonte der Landrat. „Wir müssen ganz früh und konsequent Integrationsangebote machen und Hilfestellung anbieten“, so Reuter, das gebiete auch die ökonomische Vernunft. Auch sagte der Landrat an den Bund gerichtet: „Jeder Euro, den wir jetzt nicht in Integration investieren, der wird uns noch teuer zu stehen kommen.“ Dabei spielte Reuter vor allem auf Kürzungen im Bereich der Bundesmittel für den Bereich Sozialgesetzbuch II in den Jahren 2010 bis 2013 an.

Der Landrat betonte in seinem Vortrag, dass Integration eine Aufgabe sei, die nicht gegen die „örtliche Gemeinschaft und öffentliche Meinung“ funktioniere. Die Bürger müssten mitgenommen werden. Aber Integration könne nur durch Offenheit und Bereitschaft auf beiden Seiten gelingen. Die Menschen, „die zu uns kommen, müssen die Grundlagen unserer Gesellschaft akzeptieren“, sagte Reuter. Gleichzeitig müssten „wir offen sein für diese Menschen“, müssten „uns mit ihnen auseinandersetzen, ihnen zuhören und erklären, wie der Laden bei uns läuft“.

„Integration praktisch“, so fasste Reuter seine Definition des Mottos der Veranstaltungsreihe der Arbeiterwohlfahrt zusammen, „das ist vorausschauendes Denken, kompetentes Verwaltungshandeln und die Einbeziehung aller helfenden Hände“. Der Landkreis Göttingen sei für die komplexe, langfristige Herausforderung der Integration gut gerüstet.

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