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Nobelpreisträger Erwin Neher in Bovenden

Bovender Bürgerstiftung Nobelpreisträger Erwin Neher in Bovenden

317 Stifter zählt die Bovender Bürgerstifung. Zu ihnen gehört Professor Erwin Neher, der mit seiner Familie auf der Domäne in Eddigehausen lebt. 25 Jahre nachdem ihm der Nobelpreis für Physiologie und Medizin verliehen worden ist, sprach er im Bovender Bürgerhaus über seine ausgezeichnete Entdeckung der Ionenkanäle.

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Erwin Neher in Bovenden

Quelle: Heller

Bovenden. „Über die Ionenkanäle in den Zellmembranen kommunizieren Zellen miteinander“, erläuterte der Physiker seinen 80 Zuhörern. Das geschehe mittels elektrischer Impulse. Dann strömten etwa Natriumionen in die Zelle hinein und Kaliumionen hinaus. Diese Kanäle hätten der Mediziner Bert Sakmann und er mit der von ihnen entwickelten sogenannten Patch-Clamp-Technik als erste nachweisen können und dafür 1991 den Nobelpreis erhalten.

Gestörte Kommunikation

Es gebe Hunderte solcher Kanäle, wisse man heute, führte Neher aus. Sei die Kommunikation gestört, werde der Mensch krank. Der Wissenschaftler nannte unter anderem Herzrhythmusstörungen, Epilepsien oder Mukoviszidose.

Die Pharmaindustrie entwickle Medikamente, um die Störungen zu beheben. Ob die Elektroschocks, die bei Herzrhythmusstörungen gegeben werden, etwas mit den Ionenkanälen zu tun hätten, wollte ein Zuhörer wissen. Ja, erklärte Neher. Die Schocks würden die unregelmäßige Erregung des Herzmuskels wieder synchronisieren.

Ionen in ausreichender Zahl

Wenn ständig Natriumionen in die Zelle hinein- und Kaliumionen hinausflössen, wie schaffe die Zelle dann wieder den Ausgleich, erkundigte sich ein anderer Bovender. Die Zelle bewerkstellige das unter Aufwendung von Energie, so Neher. Die Ionen seien aber in ausreichender Zahl vorhanden, um Tausende Kommunikationsprozesse durchzuführen.

Sind die Ionenkanäle unter dem von Professor Stefan Hell in Göttingen entwickelten STED-Mikroskop zu sehen, lautete eine weitere Frage. Hells Mikroskop mache 50 bis 100 Nanometer kleine Strukturen sichtbar, erwiderte Neher. Die Ionenkanäle seien allerdings noch kleiner. Auch einen Tipp, um bis ins Alter gesund und fit zu bleiben, hielt der 72-jährige Wissenschaftler für die Zuhörer bereit: „Körperliche und geistige Aktivität hilft.“ Neher bekam viel Applaus.

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