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Anerkannte und geprüfte Buchen in Reyershausen Auf Bucheckern-Fang

„Buchen sollst du suchen“, heißt es im Volksmund. Das gilt vor allem, wenn es sich um einen besonderen Buchenbestand handelt, dessen Früchte hoch gehandelt werden. So einen gibt es in der Revierförsterei Reyershausen: Dort werden mit Netzen die Früchte aufgefangen und bundesweit als besonders hochwertiges Saatgut verkauft.

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Azubi Forst Joshua Hartmann und der Leiter der Revierförsterei Reyershausen Ernst Kreysern (von links).

Quelle: HW

Reyershausen. Alle drei Jahre trägt eine Buche Früchte. Dann ist ein leises Klackern im Wald zu hören, wenn die Bucheckern reif sind und von den Bäumen fallen, erklärt Ernst Kreysern, Leiter der Revierförsterei Reyershausen. Er zeigt auf eine Baumgruppe, die 140 Jahre alt ist und die er zur Ernte ausgewählt hat.

Auf dem Waldboden liegen große grüne Fangnetze, insgesamt 30 000 Quadratmeter. Mit denen sammelt der Förster die kleinen Bucheckern ein. Im Moment sind die Früchte noch winzig klein oder hohl, doch das verunsichert Kreysern nicht: „Die ersten Pflaumen sind immer madig“, sagt er.

Er vertraut auf eine ergiebige Ernte und geht von einer Gesamtmasse von 2,5 Tonnen aus. „Unsere Buchen sind sehr vital, gesund und von hervorragender Holzqualität“, erklärt Kreysern. Deswegen tragen sie das Prädikat „anerkannter und geprüfter Saatgutbestand“. Nur vier Bestände in Niedersachsen haben diese Auszeichnung erhalten.

Seit 50 Jahren wird der Bestand in Reyershausen beerntet. „Das besondere an diesem Bestand ist, dass wir die Nachkommen kennen“, erzählt der Förster. Das sei auch für die Holzindustrie wichtig, die aus Buchen Treppen, Möbel und Furniere fertigt.

150 Buchen hat Kreyersn für die Ernte ausgesucht, das macht 25 Kilogramm Eckern pro Baum. Über 1000 Eckern ergeben ein Kilo Saatgut. „Mit unserer Ernte können über eine Million Buchen angezogen werden“, sagt der Förster.

Die Bucheckern werden nach der Ente zur Saatgutstelle der Niedersächsischen Landesforsten in Oerrel gebracht. Dort werden sie gereinigt, gelagert und für die Frühjahrssaat vorbereitet. Das wird über Feuchtigkeit und Temperatur geregelt, damit sie rechtzeitig und gut gedeihen. Das Saatgut wird an Baumschulen verkauft und von den Landesforsten selbst gezogen. Das Gebiet für die Buchensamen aus Reyershausen reicht von Hannover bis hinter Frankfurt, von Münster bis in den Vorderharz.

Doch aus der Bucheckernernte entstehen nicht nur neue Bäume, auch die Waldbewohner können einiges mit ihnen anfangen. Für Buchfinken, Waldmäuse, Wildschweine, Rotwild oder Eichhörnchen sind Bucheckern eine wichtige Nahrungsgrundlage, erklärt der Förster und sagt: „In einem Wald gehören wir alle zusammen.“

Von Katrin Westphal

Buckeckern

Bucheckern sind die Früchte (Achäne) der Rotbuche ( Fagus sylvatica). Bucheckern lassen sich in der Küche vielfältig einsetzen, wie der Naturschutzbund Deutschland berichtet. Zu Mehl geschrotet, können sie zu Brot, Keksen oder Kuchen verbacken werden. Auch ganze Bucheckern lassen sich gut verwenden. Frisch geröstet über den Salat gestreut, machen sie einen Herbstsalat erst perfekt. Bucheckern haben demnach einen Fettgehalt von rund 40 Prozent, außerdem sind sie reich an Mineralstoffen, Zink und Eisen. Als energiereiches Nahrungsmittel für den Menschen sind die Eckern fast in Vergessenheit geraten. In den Notzeiten nach dem Krieg waren sie dagegen sehr gefragt.

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