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„Jugend erzieht Jugend“

Pfadfinderstamm „Jugend erzieht Jugend“

Die Alte Schule ist das Quartier des Stamms „Ordensritter“. Dort geben die Älteren seit drei Jahrzehnten ihr Pfadfinder-Wissen an die Jüngeren weiter- Gemeinschaft und Natur stehen im Mittelpunkt. Im Jubiläumsjahr haben die Ordensritter so viele Mitglieder, wie noch nie.

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Bovender Pfadfinder in Kluft und Halstuch.

Quelle: r

Bovenden. Jeden Mittwoch um 17 Uhr strömen Kinder und Jugendliche in Kluft und Halstuch zur Alten Schule. Im Dachgeschoss haben sich die Pfadfinder mit Werkstatt und Ecken zum Spielen und Vorlesen eingerichtet. Im kleinen Büro stemmen die Studierenden Leonie Michalak, Leon Heindorf und Malte Kaule als „Stammesführung“ die Organisation.

Die Gründung des Stamms 1986 war ein Ausnahmefall. Initiator Uwe Albrecht musste sich damals krankheitsbedingt zurücknehmen. Rainer Nachtigall und fünf weitere Väter wurden Stammesführer- das darf sonst niemand im Alter von mehr als 25 Jahren. Heute helfen Ehemalige und Eltern in einem Förderverein nur noch auf Anfrage der Pfadfinder, etwa bei Verpflegung und Transport. „Sie wissen, wen sie wo Einspannen können“, erzählt Nachtigall.

Demokratie ist das höchste Gut der Pfadfinder. So wird auch beim wöchentlichen Treffen gemacht, worauf die meisten Lust haben. Die Gruppenleiter achten dabei auf die bei Schulungen erlernte, pfadfinderische Pädagogik. „Kopf, Herz und Hand sollen gleichermaßen gefördert werden“, erklärt Heindorf.

Teil einer weltweiten Jugendbewegung

Gründer Lord Baden-Powell orientierte sich an Rudyard Kiplings Dschungelbuch-Erzählungen. Analog werden die Jüngsten in eine „Wölflings-Meute“ aufgenommen. Die Stufen Wölfling, Jungpfadfinder, Pfadfinder und Ranger/Rover tragen unterschiedliche Halstücher. In dieser Reihenfolge nehmen Alter und Verantwortung im Stamm zu. Die Kluft sorgt weltweit für Gleichheit, Aufnäher erzählen von der Zugehörigkeit zu einem Stamm, Jubiläen und erlebten Reisen. Die Ordensritter gehören dem Verein Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP) an. Im Bezirk Harz-Heide des Landesverbandes Niedersachsen sind sie einer von zwölf Stämmen. mn 2 Mehr Informationen im Internet unter gturl.de/ritter

Traditionell lernen die Pfadfinder auf den Wanderungen, in ihren Worten „auf Pfad“, mit möglichst wenigen technischen Hilfsmitteln auszukommen. „Läufst du mit einer Taschenlampe über den Zeltplatz, wirst du als Plastik-Pfadfinder verhöhnt“, erzählt Heindorf. Auch Handys sollen dann zu Hause bleiben, im Alltag halten sie sich aber über eine Whatsapp-Gruppe auf dem Laufenden.

Auch Kinder reisen mit dem Stamm bereits ins Ausland: „Da kommen andere Menschen zurück“, sagt Nachtigall, dessen Sohn zu den ersten Ordensrittern gehörte. Die Pfadfinder lernen Verantwortung zu übernehmen und ihre Stärken in die Gruppe einzubringen.

Die Ordensritter sind stolz, in diesem Jahr mit 93 Mitgliedern erstmals mit drei Deligierten bei der jährlichen BdP-Bundesversammlung vertreten gewesen zu sein. „Durch viele Aktionen haben wir in den letzten zwei Jahren insbesondere neue Wölflinge gewonnen „, erzählt Kaule. Bei den Älteren verlagern sich oft die Prioritäten. „Es fehlen ausgebildete Gruppenleiter“, sagt Nachtigall.

Auch im Herbst veranstalten noch einige Gruppen der Ordensritter Fahrten, und mit den Jüngsten werden die traditionellen Zelte „Kohte“ und „Jurte“ für ein Lager aufgeschlagen. Im Sommer 2017 wird der Stamm eine englische Gastgruppe im Rahmen eines Bundeslagers aufnehmen und die Landesdeligiertenversammlung Niedersachsen ausrichten.

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