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SPD Bovenden feiert mit Weggefährten - Gabriel hält Geburtstagsrede

Gute Nachbarn SPD Bovenden feiert mit Weggefährten - Gabriel hält Geburtstagsrede

„Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein, im Innern wie nach außen.“ Vizekanzler und SPD-Parteichef Sigmar Gabriel hat mit Willy Brandt einen großen Sozialdemokraten zitiert. Beim 125-jährigen Bestehen der Bovender SPD sprach Gabriel über sozialdemokratische Wurzeln und aktuelle Probleme.

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enossen im Gespräch (von links) Jörg Ahlborn, Thorsten Heinze, Sigmar Gabriel, Bernhard Reuter und Thomas Brandes.

Quelle: Vetter

Bovenden. Gut 200 Geburtstagsgäste hatte die Bovender SPD am Freitagabend zu ihrem 125-Jährigen ins Bürgerhaus eingeladen. Dem Ruf gefolgt waren viele Genossen aus dem Flecken – darunter Ute Pröhl, die laut dem Bovender SPD-Vorsitzenden Jörg Ahlborn „über Jahrzehnte das Gesicht der Bovender SPD“ gewesen sei.

 

 

Auch die Parteifreunde aus der „Nachbargemeinde Göttingen“, unter ihnen Landrat Bernhard Reuter und Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler, gratulierten. Und vielleicht war es der alten Freundschaft des Bovender SPD-Chefs zu Sigmar Gabriel zu verdanken, dass dieser die politische wie launige Geburtstagsrede auf die Bovender SPD im Besonderen und die Sozialdemokratie im Allgemeinen hielt.

Ahlborn berichtete, dass Gabriel und er vor etwa 35 Jahren gemeinsam im Harz den Widerstand gegen alte Nazis organisiert hätten. „Die Protestbewegung war erfolgreich“, resümierte er, aber damals wie heute habe es anonyme Drohbriefe gegeben. Mit Blick auf die „braune Suppe“, die derzeit die Pegida koche, sei es aus Sicht Ahlborns auch in Bovenden und Südniedersachsen „höchste Zeit“, Position zu beziehen.

Vizekanzler Gabriel erinnerte an jene Zeit, als er gemeinsam mit Ahlborn die gewerkschaftliche Erwachsenenbildung aufgebaut habe und bezeichnete sich selbst als „Vorsitzenden des Fanclubs von Jörg Ahlborn“. Sodann lobte er Menschen wie Ahlborn, die ehrenamtlich Politik machten.

Rund 90 Prozent der Menschen würden sich „aus Heimatliebe“ dafür einsetzen, „dass sich etwas verbessert“. Sie ließen sich nicht von Problemen abbringen, sagte Gabriel. Das Bovender Parteijubiläum zeige, dass das etwas bewirken könne. Und dann verknüpfte Gabriel die Ideale der Sozialdemokratie mit der Politik und den Problemen von heute.

Brandts Wunsch, ein Volk der guten Nachbarn zu sein, könne laut Gabriel auch heute ein gutes Motto bei der Integration von Flüchtlingen sein. Der von Ahlborn befürchtete Rechtsradikalismus und -populismus finde an den Rändern der Gesellschaft statt und stelle keine Gefahr für die Demokratie dar, betonte der Parteichef.

Aber man müsse zulassen, dass die Menschen ihre Ängste äußern. Gabriel sagte, die SPD sei Experte für den Zusammenhalt der Gesellschaft, und die Sozialdemokratie in dieser Zeit sei besonders gefordert. Er warnte davor, „die armen Menschen, die kommen, gegen die armen Menschen, die hier sind“, auszuspielen.

125-jähriges Bestehen der SPD in Bovenden. Festakt mit Sigmar Gabriel in der Nähe von Göttingen

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Von Redakteur Britta Eichner-Ramm

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