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Sandsäcke, jede Menge Sandsäcke

THW trainiert Sicherung Sandsäcke, jede Menge Sandsäcke

Deichverteidigung und Hochwasserschutz hat das Technische Hilfswerk (THW) Göttingen am Sonnabend am Regenrückhaltebecken Hellerbreite in Eddigehausen trainiert. Zwei Szenarien wurden durchgespielt.

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Quelle: Heller

Eddigehausen. Am Freitagabend war der Ausbildungsablauf in der Theorie vorbereitet worden. Am Sonnabend rückten dann um die 30 THW-Leute am Regenrückhaltebecken an, um zum einen den Sachverhalt einer undichten Stelle im Deich durchzuspielen. Zum anderen sollte geübt werden, was zu tun ist, wenn ein Deich von unten aufgespült, großflächig durchfeuchtet und damit als Ganzes instabil wird.

Beim zweiten Szenario sei wenig sinnvoll, das Wasser ohne weitere Hilfsmittel abzuleiten, erklärt Christoph Loudovici, Technischer Berater Hochwasserschutz beim Göttinger THW. Dabe ginge zuviel Deichmasse verloren. Stattdessen wird die Stelle mit wasserdurchlässigem Vlies abgedeckt, darauf kommen Sandsäcke. Auch werden Drainagerohre gelegt. Was dann noch austritt, erläutert Loudovici, ist praktisch klares Wasser, die Deichsubstanz bleibt erhalten. Bei der Übung am Rückhaltebecken Eddigehausen am Sonnabendnachmittag wurde das auf einer Fläche von zwölf mal sechs Metern simuliert.

Beim ersten Szenario – die „Quelle“ im Deich – wurde eine 80 Zentimeter hohe Sandsackmauer im Halbrund um die Auffangstelle gelegt. Dafür mussten die Sandsäcke in acht Lagen übereinandergesapelt werden. Die so gesicherte Fläche maß etwa vier mal fünf Meter.

Allein für die Übungen am Sonnabend wurden knapp 2.000 Sandsäcke mit etwa 30 Tonnen Sand eingesetzt. Vor der eigentlichen Übung wurde auch das richtige Befüllen der Säcke trainiert. Was man da falsch machen kann? „Jede Menge“, meint Hochwasserschutz-Experte Loudovici. Häufigster Fehler: zuviel Sand in den Säcken. Dann liegen sie zu prall aufeinander, Lücken bleiben, Wasser fließt hindurch. Um das zu verhindern, dürfen die Säcke nur zu zwei Dritteln gefüllt werden.

Einer der Anlässe für die Intensiv-Übung am Sonnabend war das schwere Unwetter vom August 2015, als unter anderem die Sporthalle in Groß Schneen überschwemmt wurde. Wie groß der Aufwand für einen wirksamen Hochwasserschutz im Ernstfall ist, rechnet THW-Sprecher Axel Rentschka vor: Um einen nur 50 Zentimeter hohen Sandsack-Schutzwall an beiden Seiten der Leine vom Sandweg bis zur Überführung der B3 im Norden der Stadt Göttingen zu legen, wären 550.000 Säcke notwendig. Oder 7.150 Tonnen Sand in Säcken. Oder 7.600 Paletten mit Säcken. Oder gut 570 vollbeladene Lastwagen.

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