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Keiner ist zuständig für Fischsterben

Teich hat kaum noch Wasser Keiner ist zuständig für Fischsterben

Zur „Minipfütze“ geschrumpft war vor kurzem einer der Teiche im Wald zwischen Bovenden und Lenglern. Die in dem Tümpel lebenden Fische sind weitgehend verendet. Der Versuch von Spaziergängern, herauszufinden, wer für das Fischsterben zuständig ist, scheiterte.

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Ein Abfangen der Fische sei in dem tiefen schlammigen Boden nicht möglich.

Quelle: HS (Symbolbild)

Bovenden. Jens Ahlbrecht und seine Lebensgefährtin Lena Schmuck gehen regelmäßig mit ihrem Hund in dem Waldgebiet zwischen Bovenden und Lenglern spazieren. Einst befand sich hier die Munitionsanstalt (Muna) Lenglern, einige frühere Militärflächen wurden 2009 verkauft. Weil sie Mitleid mit den im Schlamm verendenden Fischen hatten, wollten Ahlbrecht und Schmuck den Eigentümer des Tümpels zu informieren. Doch das sei „eine Odyssee“ gewesen, erinnert sich Ahlbrecht. Eine Reihe von Telefonaten blieben unterm Strich allesamt erfolglos und versprachen keine Rettung für die Fische im austrocknenden Tümpel. Landkreis Göttingen, Untere Wasserbehörde, Gemeinde Bovenden, Ortsbürgermeister, Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Bundesforstamt, Revierförsterei und schließlich wieder Landkreis Göttingen zählt Ahlbrecht seine Kontakte auf. Am Ende „habe ich dann aufgegeben“, meint er.

Eines der Probleme, an denen der Bovender scheiterte, ist die Tatsache, dass es in dem Waldgebiet mehrere Grundstückseigentümer gebe, sagt Michael Rudolph von den Niedersächsischen Landesforsten auf Tageblatt-Nachfrage. Obgleich die Landesforsten für den Teich nicht zuständig sei, sagte Rudolph, dass es sich möglicherweise „um einen saisonalen Tümpel“ handeln könnte. „Da kann man dann keinen zur Verantwortung ziehen“, ergänzte Rudolph.

„Wir sind nicht zuständig“, so die Auskunft von Andrea Riedel-Elsner, Sprecherin des Landkreises Göttingen. „Daher hat der Landkreis beziehungsweise die Untere Naturschutzbehörde keine Möglichkeit, hier tätig zu werden“, sagte sie auf Anfrage.

Schließlich klärt der Leiter des Bundesforstbetriebs Niedersachsen, Wolfgang Löwe, auf Tageblatt-Anfrage auf: „Bei dem betroffenen Teich im bundeseigenen Wald bei Lenglern handelt es sich um ein temporär wasserführendes Gewässer ohne natürlichen Abfluss.“ Eine Nutzung als Fischteich habe auch in der Vergangenheit nie stattgefunden. Mit der Unteren Naturschutzbehörde bestehe Einigkeit, „dass der Fischlaich wahrscheinlich durch Wasservögel eingetragen wurde“. Das Biotop ist laut Löwe „als verlandetes Gewässer kartiert“. Ein Abfangen der Fische sei in dem tiefen schlammigen Boden nicht möglich.

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