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Fotoausstellung zur Nachkriegszeit in Bovenden

Erlebte Vergangenheit Fotoausstellung zur Nachkriegszeit in Bovenden

Bereits als Kind habe er begonnen, ein großes Interesse an der Geschichte Bovendens zu entwickeln, sagt Ulrich Klingelhöfer. Heute ist er Ortsheimatpfleger und hat für eine Ausstellung in den Räumen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) knapp 200 Fotos von Bovenden in der Nachkriegszeit zusammengestellt.

Ulrich Klingelhöfer (rechts) hier mit Bovendens Ortsbürgermeister Werner Hungerland.

Quelle: Heller (Archiv)

Bovenden. Bovenden. Bereits als Kind habe er begonnen, ein großes Interesse an der Geschichte Bovendens zu entwickeln, sagt Ulrich Klingelhöfer. Heute ist er Ortsheimatpfleger und hat für eine Ausstellung in den Räumen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) knapp 200 Fotos von Bovenden in der Nachkriegszeit zusammengestellt.

„Angefangen hat alles mit den Besuchen von Heimatforscher Karl-Heinz Bernotat“, erinnert sich der 68-Jährige. In seiner Kindheit sei Bernotat häufig zu Besuch bei seiner Familie auf dem Braunschweiger Hof in Bovenden gewesen, sagt Klingelhöfer. Interessiert habe er damals den Gesprächen seiner Mutter und Bernotat gelauscht. Die Familie seiner Mutter ist seit 1415 in Bovenden ansässig. „Er hat mir auch immer Material über das historische Bovenden mitgebracht“, erinnert sich Klingelhöfer weiter.

Sein Interesse an Geschichte sei seitdem immer weiter gewachsen, erklärt der Bovender. Aber erst nachdem er vor fünf Jahren in den Ruhestand gegangen ist, habe er Zeit, sich intensiv mit seinem Hobby zu befassen, erläutert der 68-Jährige. So ist er vor drei Jahren ehrenamtlicher Ortsheimatpfleger geworden.

Besonders interessant findet Klingelhöfer die Nachkriegszeit in seinem Heimatort. „Ich bin 1949 geboren, habe also die Nachkriegszeit erlebt und kann mich gut daran erinnern“, sagt Klingehöfer und fügt an: „Wir waren Selbstversorger in Bovenden. Meine Familie hatte einen kleinen Landwirtschaftlichen Betrieb.“ 1955 sei er in die Volksschule Bovenden eingeschult worden. Flüchtlinge seien nach dem Krieg in seinen Heimatort gekommen. „Viele haben ganz erbärmlich gewohnt. Einige lebten auch bei uns auf dem Hof“, so Klingelhöfer. Die Flüchtlinge seien auf große Ablehnung gestoßen. „Sie waren hier nicht willkommen. Aber wir Kinder hatten sofort Kontakt mit ihnen.“ In den folgenden Jahren habe sich die angespannte Situation beruhigt.

Klingelhöfer ist ehemaliger Service-Techniker. Er habe eine sehr enge Verbindung zu Bovenden, sagt der zweifache Großvater. So engagiert er sich im örtlichen Sport- und Traktorenverein. Außerdem bietet er Führungen durch den Ort an. Besonders faszinieren den Ortsheimatpfleger Fotos von Bovenden aus der Nachkriegszeit, „weil sie so aussagekräftig sind“. Ihm mache es Spaß, zu erforschen, was auf den Fotos zu sehen ist und dies in einen Kontext einzuordnen. Zu seinen Lieblingsstücken gehören Bildbände über Bovenden. Mittlerweile hat er rund 5000 Fotos und diverse Dokumente aus der Nachkiegszeit gesammelt. „Meine Frau beschwert sich immer darüber, was ich alles aufhebe“, scherzt der Hobby-Forscher. Die Fotos für die Ausstellung in den Räumen der Awo in Bovenden stammen hauptsächlich aus dem Plessearchiv. Die Ausstellung ist bis Ende Mai täglich von 9 bis 17 Uhr in der Begegnungsstätte der Awo, am Korbhofe 6, geöffnet.

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