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Ex-Freundin vergewaltigt?

Dransfeld Ex-Freundin vergewaltigt?

Ein 20-Jähriger aus Hann. Münden muss sich seit Montag wegen sexueller Nötigung, Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht Göttingen verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, seine frühere Freundin in deren Wohnung in Dransfeld gewürgt und vergewaltigt zu haben.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen/Dransfeld. Der Angeklagte bestritt zu Prozessbeginn die Vorwürfe. Laut Anklage soll der damals 18 Jahre alte Angeklagte seine Ex-Freundin im März 2015 zunächst im Badezimmer sexuell bedrängt haben. Später soll er sie am Oberarm gepackt und im Wohnzimmer auf ein Sofa geworfen, sich bäuchlings auf sie gesetzt und sie fixiert haben. Dabei habe er geäußert, dass sie nun machen werde, was er wolle, und er werde sie „nun zu einer richtigen Frau machen“. Als sie sich wehrte, habe er ihr die Hand auf den Mund gelegt und gesagt, dass er sie gleich vergewaltigen werde. Er habe sie dann gewürgt und zu vergewaltigen versucht.

Der Angeklagte schilderte in seiner Einlassung den Fall deutlich anders. „Ich habe nichts gemacht, was mir vorgeworfen wird“, sagte er. Er habe seine Ex-Freundin im Frühjahr 2013 in einer Disco in Hann.Münden kennengelernt. Knapp ein Jahr später habe er mit ihr „Schluss gemacht“. Danach habe es immer wieder „einmalige Geschichten“ gegeben, bei denen es auch jeweils zu intimem Kontakt gekommen sei. Er habe schon bei der Trennung eine andere Freundin gehabt und sei in der Zeit „mehrgleisig“ gefahren, berichtete der 20-Jährige. Gegenüber seiner Ex-Freundin habe er dies allerdings stets abgestritten.

Seine frühere Freundin sei sehr eifersüchtig gewesen und hätte die Beziehung gerne weitergeführt, sagte der Angeklagte. Nachdem er sich von ihr getrennt hatte, habe sie ihn eine Woche später mit seiner neuen Freundin in einem Lokal überrascht. Sie habe ihn dort beschimpft und bespuckt. Er habe ihr in der Folgezeit falsche Versprechungen gemacht und in Aussicht gestellt, „dass es später vielleicht klappt, wenn ich mein Abi hab“.

Am Abend vor dem Vorfall hätten sie sich kurz getroffen, danach hätten sie noch „hin und her geschrieben“. Sie habe ihm mitgeteilt, dass sie jemand Neues kennengelernt habe. Das habe sie früher auch schon mehrfach gesagt, tatsächlich habe das aber nie gestimmt, sagte der Angeklagte. Als der Vorsitzende Richter Michael Kalde ihn auf den Inhalt seiner eigenen Äußerungen ansprach, sagte er: „Das ist nicht ernst gemeint gewesen.“ Aus den Ermittlungsakten geht hervor, dass der Angeklagte sich in seinen Mitteilungen ihr gegenüber als „Boss“ bezeichnet und Ausdrücke wie „Fresse polieren“ benutzt hatte. Seine Ex-Freundin hätte lieber einen dominanteren Freund gehabt, deshalb habe er „den Großen gemacht“, erklärte er zur Begründung.

Am folgenden Abend habe er dann bei ihr angerufen und gefragt, ob er vorbeikommen könne. Bei seiner Ankunft habe sie unter der Dusche gestanden. Das sei „ziemlich einladend“ gewesen. Er habe sich dann ausgezogen und sie massiert, anschließend hätten sie sich auf die Couch fallen lassen. Kurz darauf hätten sie sich gestritten. Er habe sie gefragt, „warum sie sowas macht, wenn sie doch einen neuen Freund hat“, und sie als „Schlampe“ bezeichnet. Sie habe ihm eine „gescheuert“, ihn weggeschubst und hysterisch damit gedroht, die Polizei zu rufen. Er habe dann seine Sachen genommen und sei weggefahren.

Am nächsten Verhandlungstag will das Gericht die Ex-Freundin als Zeugin vernehmen. Der Prozess wird sich voraussichtlich bis in den September hinziehen.

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