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Jühnder Familie Schumacher wieder im eigenen Heim

Ein Jahr nach dem Brand Jühnder Familie Schumacher wieder im eigenen Heim

Fast exakt ein Jahr, nachdem ein Feuer ihr Wohnhaus in Jühnde unbewohnbar gemacht hat, ist Familie Schumacher in ihr neues Haus auf den alten Grundmauern eingezogen. Hinter Michaela und Oliver Schumacher mit den Töchtern Julia und Sina liegt ein Jahr, das nicht einfach war, wie sie sagen.

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Feiern Weihnachten wieder im eigenen Heim: Oliver, Sina, Manuela (von links) und Julia Schumacher (rechts) – hier mit Julias Freund Jannis Bleyer.

Quelle: Hinzmann

Jühnde. In einer Zeit, als die jüngste Tochter Sina gegen den Knochenkrebs kämpft, die ganze Familie hofft, dass die Therapie anschlägt, ereilt Familie Schumacher ein weiterer Schicksalsschlag. Am 7. Dezember 2014 kommt es in ihrem Haus in Jühnde zu einem Schwelbrand. Das Haus wird unbewohnbar und muss abgerissen werden. Die Familie kommt zunächst in einer Ferienwohnung im Ort unter. Viele Menschen unterstützen die vier Schumachers in den ersten Wochen mit Geld- und Sachspenden. Die große Anteilnahme habe sie überwältigt, sagen sie, als das Tageblatt sie an Weihnachten besucht.

Wie ist es Manuela (heute 43 Jahre alt), Oliver (46), Julia (15) und Sina (8) seither ergangen? In ihr neues Haus sind sie erst am 5. Dezember wieder eingezogen. Noch seien nicht alle Kartons ausgepackt, sagt Oliver Schumacher, und auch seien noch einige Arbeiten zu erledigen. Vieles, was sie aus den Kellerräumen des alten Hauses aufgehoben hatten, müssten sie vermutlich doch noch entsorgen. „Den Geruch bekommt man nicht raus“, beschreibt Manuela Schumacher.

Allerdings tut sich die Familie schwer damit, denn gerade die persönlichen Dinge hätten einen ideellen Wert. „Fotoalben mit Familienfotos will man nicht wegwerfen“, sagt die 43-Jährige, „oder Sinas Zopf von vor der Krankheit“, der im Flur des Hauses hing. Auch der soll keinesfalls weg, ist sich die Familie einig.

Bis Ende Januar wohnten Schuhmachers zunächst in der Ferienwohnung. Das sei aber auf Dauer schwierig gewesen. Deshalb mieteten sie eine leerstehende Wohnung in Jühnde, wo die Mädchen zusammen ein eigenes Zimmer hatten. Es folgten die Planungen, das Haus wieder aufzubauen.

Im März wurde der Bauantrag gestellt, Ende April wurde das alte Haus abgerissen, Mitte Mai stand der Rohbau auf dem bestehenden Kellergeschoss und im Juni war Richtfest, sagt Oliver Schumacher. Nicht immer sei alles reibungslos gelaufen. Vier Wochen habe es gedauert, bis der Keller nach dem Löscheinsatz trocken war. „Bis dahin war bestes Wetter,“ so der Familienvater, und die notdürftige Abdeckung auf dem Dach genügte. Montags wollte der Dachdecker kommen, doch genau am Wochenende davor habe es in Strömen geregnet „und der Keller war wieder voll“.

Auf die Frage, wie die Familie mit der Situation umgegangen ist, sagt Manuela Schumacher: „Der Brand ist ein Teil unseres Lebens.“ Nachdenklich ergänzt sie, dass alles schlimm genug war, aber „es muss immer irgendwie weitergehen“. Vor allem für Julia und Sina sei es eine schwere Zeit gewesen. „Man erwartet oft zu viel und vergisst dabei manchmal, dass es noch Kinder sind“, sagt Manuela Schumacher. Julia, die mit 15 Jahren schon relativ erwachsen wirkt, sagt, sie habe ihre Eltern nur wenig gesehen. Auch habe sie zu ihrem Geburtstag keine Freunde einladen können.

Und Sina? Sie musste Ende September noch einmal operiert werden, weil der Verdacht bestand, dass der Knochenkrebs doch nicht bekämpft ist. Es sei ihr ein Stückchen Rippe entfernt worden, sagt ihr Mutter. Der Verdacht habe sich aber nicht bestätigt. Im Oktober begleitete die ganze Familie dann Sina zur Reha. Zeit, die zwar beim Hausausbau fehlte, die aber allen gut getan habe.

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Von Redakteur Britta Eichner-Ramm

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