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Kunstinstallation zur Flüchtlingsthematik

Schleier der Sehnsucht Kunstinstallation zur Flüchtlingsthematik

Die Welt mit den Augen von Flüchtlingen, aber auch mit denen der Einheimischen können Betrachter einer Installation in Dransfeld sehen. Das Werk von Künstlerin Hildegard Strutz ist jetzt vor der Kirche St. Martini aufgestellt worden.

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v.l.: Kirchenvorstand Wilhelm Worbs und Pastorin Almuth Wiesenfeldt mit der Installation zur Flüchtlingsthematik.

Quelle: Hinzmann

Dransfeld. Über die Köpfe vieler Menschen hinweg blickt der Betrachter auf ein Tor. Davor schwebt, einer Fata Morgana gleich, eine bunte Landschaft. Durch einen Schleier der Hoffnung und Sehnsucht sehen Flüchtlinge Europa, meint die studierte Architektin, Malerin und Grafikerin aus dem niedersächsischen Neustadt am Rübenberge. Wer um die Installation herumgeht, schaut auf der anderen Seite durch das Tor, eine menschliche Silhouette, auf eine anomyme Menschenmasse. Statt bunter Farben sieht er sich auf der Scheibe selbst.

Künsterlin Strutz

Hildegard Strutz hat mit ihrer Familie viele Jahre auf den Philippinen, in Pakistan und in Äthiopien gelebt. Seit 1990 realisiert sie mit privaten, kommunalen und kirchlichen Auftraggebern Kunst- und Architekturprojekte. 2014 wurde sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Hannover.

Anfang des Jahres hat das Diakonische Werk evangelischer Kirchen in Niedersachsen Gemeinden die Installation angeboten. Das Pastorenehepaar Almuth und Christoph Wiesenfeldt griff zu, aufgeschreckt durch fremdenfeindliche Aufkleber an Laternenmasten. „Durch die beiden Demonstrationen des rechten Freundeskreises, die zwischenzeitlich stattfanden, hat unser Kunstprojekt an Aktualität gewonnen“, sagt die Pastorin.

Zwei Mitarbeiter von Strutz, darunter ein syrischer Flüchtling, haben das Kunstwerk aus Holz und Glas zwischenzeitlich neben dem Kriegerdenkmal aufgestellt. Drahtseile geben diesem auf der unebenen Fläche die nötige Standsicherheit. Bis zum Beginn der Sommerferien wird das Werk in Dransfeld zu sehen sein. „Das Kunstwerk belehrt nicht, sondern lädt zum Perspektivwechsel ein“, betont Wiesenfeld. Erfreut beobachtet sie, dass immer wieder Passanten neugierig stehenbleiben.

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