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Letzter Leuchtturm mit Notstrom

Landkreis übt Bevölkerungsschutz bei Stromausfall Letzter Leuchtturm mit Notstrom

Der Strom ist weg, großflächig: Kein Licht, keine Heizung, kein Telefon, Internet oder Warmwasser. Die Bevölkerung braucht Hilfe. Das hat der Katastrophenschutz des Landkreises Göttingen am Sonnabend geübt. Die Oberschule Dransfeld wurde zum letzten Leuchtturm mit Notstrom.

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Vorbereitungen am Morgen.

Quelle: PH

Dransfeld/Göttingen. Das Szenario war nur eines von vielen denkbaren, in denen Notfallstützpunkte in allen 18 Gemeinden des künftigen Großkreises Göttingen samt Osterode (die Stadt Göttingen hat einen eigenen Katastrophenschutz) eine entscheidende Rolle spielen sollen. Noch hat die Oberschule Dransfeld gar keine ausreichend dimensionierte Notstromanlage. Die soll sie aber künftig bekommen - so wie alle ins Auge gefassten potenziellen Notfallstützpunkte. Sie sollen aktiviert werden bei Hochwasser oder Extremwetterlagen, bei Seuchenausbrüchen oder eben bei katastrophalem Stromausfall.

Am Sonnabend wurde nicht nur geübt, wie die Helfer sich organisieren, auch Bevölkerung, die es zu versorgen galt, war schon da. Rund 50 Gäste aus Politik und Verwaltung hatten sich angemeldet und wurden so behandelt, als seien sie von der Katastrophe betroffen. Das reichte von Anmeldung und Aufnahme über ärztliche Versorgung und Impfschutz bis zu Unterbringung auf Notbetten und Versorgung mit dem Notwendigsten: Zahnbürste und Seife, Windeln und Schlüpfer, Einmaldecken und Hygieneartikel. Rund 1000 Menschen kann der Bevölkerungsschutz des Altkreises Göttingen allein aus seinem Lager in Bovenden aus dem Stand versorgen.

Das seit zwei Jahren beim Landkreis überarbeitete Konzept mit Stützpunkten in landkreiseigenen Gebäuden in allen Gemeinden orientiert sich am Berliner Leuchtturm-Konzept und ist Ergebnis eines Forschungsprojektes. Einrichtungen, die mindestens ein Prozent der Bevölkerung versorgen können, sollen in Kürze aktiviert werden können. Danach sollen Freiwillige selbst mithelfen, zuverlässige Informationen über Hilfsangebote zu verteilen.

Denn der Verlust der Informations-Infrastruktur, so Patrick Moritz vom Landkreis Göttingen, erweise sich in solchen Fällen als das größte Problem. Deshalb werde die Bevölkerung einbezogen und professionell angeleitet. Wie ein Netz werde rund um die Leuchttürme ein Ring von Informationspunkten mit Aushängen über alles Wissenswerte errichtet: wo man ärztliche Hilfe bekommt, wo es zu Essen gibt, wo Notquartiere bereitstehen.

Neben zwei Zügen mit je 25 Experten stehen allein für den Altkreis Göttingen 1000 freiwillige Helfer bereit. Für Osterode soll ein dritter Zug aufgebaut werden. Der Bund stellt bei Bedarf weitere 120 Helfer einer medizinischen Tascforce. Am Sonnabend waren allein für den Aufbau des Notfallstützpunktes 50 Freiwillige im Einsatz. Malteser Hilfsdienst und DRK Münden und Duderstadt schickten 36 Helfer. Würde es ernst, kämen Kräfte der Feuerwehren hinzu. Was im einzelnen noch zu verbessern ist, das sollte die Übung zeigen, denn bis Sonnabend stand das neue Notfallkonzept nur auf dem Papier. Jetzt wurde es erstmals geübt. Das Fazit der Manöverkritik folgt.

Die Standorte im Landkreis

Der Landkreis hat inzwischen einen Großteil der künftigen Notfallstützpunkte festgelegt. Landrat Bernhard Reuter beurteilt das Konzept so: „Im Ernstfall ziehen wir den Ordner aus dem Schrank und wissen genau, welches Gebäude wir nehmen, was wir dort benötigen und welche Einsatzkräfte gebraucht werden. Das spart wertvolle Zeit, die wir in einer Notsituation nicht haben“ Im einzelnen sind das diese landkreiseigenen Gebäude: Hann. Münden - Werra-Realschule und BBS Gimte, Dransfeld - Oberschule, Friedland - Oberschule Groß Schneen, Bovenden - IGS Bovenden, Gleichen - Gartetalschule Kerstlingerode, Radolfshausen - Grundschule Seulingen, Duderstadt - Schulzentrum Auf der Klappe und BBS, Gieboldehausen - KS Gieboldehausen. Für Rosdorf, Adelebsen und Staufenberg wurden noch keine Standorte festgelegt.

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