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Radweg-Lückenschluss stockt

Weser-Harz-Heide-Fernweg Radweg-Lückenschluss stockt

Auf Eis liegt seit zwei Jahren der Bau des Radwegs zwischen Dransfeld und Gut Wellersen. Alle Genehmigungen liegen vor. Geld ist vorhanden, aber die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr kommt mit dem Ankauf benötigter Flächen nicht voran. Die Realgemeinde Varlosen stellt sich quer.

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Quelle: Thiele (Symbolbild)

Dransfeld. „Mit 15 Eigentümern und fünf Bewirtschaftern auf der 3,1 Kilomter langen Strecke sind wir uns einig geworden“, berichtet Karl-Heinz Schönwald von der Landesbehörde. Er ist beim Geschäftsbereich Bad Gandersheim für den Flächenankauf zuständig. Gescheitert sind dagegen Ende 2014 die Verhandlungen über den Ankauf des Streifens entlang der Bundesstraße 3 zwischen der scharfen Linkskurve hinter Dransfeld und dem Rastplatz.

Fünf Fernradwege

Mit dem Bau des Radweges zwischen Dransfeld und Gut Wellersen wird die letzte Lücke des Weser-Harz-Heide-Radwegs zwischen der Hasenmelkerstadt und Hann. Münden geschlossen. Der Radfernweg führt von der Dreiflüssestadt über den Harz bis nach Lüneburg. Noch vier weitere Radfernwege kreuzen den Landkreis Göttingen: Weser-, Werra-, Fulda- und Leine-Heide-Radfernweg. mic

„Der Preis, den die Behörde bietet, ist uns zu niedrig“, erklärt der Vorsitzende der Realgemeinde, Edgar Bührmann. Von 57 Mitgliedern hätten sich nur „ein, zwei Personen“ für den Verkauf ausgesprochen. Die Landesbehörde wolle zudem nur die 2200 Quadratmeter, die für den Radweg benötigt würden, erwerben. Die Realgemeinde werde aber nur die gesamte, anderthalb Hektar große Fläche verkaufen.

„Eine Bewirtschaftung der Restfläche rechnet sich für uns nicht“, erläutert Bührmann. Die Realgemeinde wäre auch in Zukunft für die Verkehrssicherung verantwortlich. Um eine Lösung zu finden, seien sie an den Eigenümer des angrenzenden Waldes herangetreten. „Er würde die Fläche übernehmen, aber auch nur zu einem niedrigen Preis“, so der Vorsitzende. Das sei jedoch aufgrund der „Edelholzbestände“ im Wald für die Realgemeinde indiskutabel.

Prüfung seit Frühjahr 2015

„Eine alternative Streckenführung ist nicht möglich, meint Schönwald. Der Planfeststellungsbeschluss liege bereits seit 2008 vor. Nun strebe die Landesbehörde eine Zwangsenteignung an. Die Gandesheimer hätten alle nötigen Unterlagen im Frühjahr 2015 nach Hannover weitergeleitet. Dort würden sie seither geprüft, teilt Sprecher Jens-Thilo Schulze mit. Es handele sich um einen „schwerwiegenden Eingriff in das Eigentum der Betroffenen“, der „sorgfältig und eingehend“ zu bewerten sei. Ein entsprechender Antrag solle aber im kommenden Quartal beim Enteignungskommissar des Innenministeriums in Hannover gestellt werden.

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