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Reisende berichtet von unhaltbaren Zuständen

Gestrandeter ICE bei Göttingen Reisende berichtet von unhaltbaren Zuständen

Stickige Luft, verstopfte Klos, kaum Licht: Cornelia Egli aus Bern ist einer der 700 Fahrgäste, die am Karfreitag mehr als vier Stunden in dem bei Jühnde gestrandeten ICE ausharren mussten. Sie berichtet von bisweilen chaotischen Zuständen an Bord.

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Cornelia Egli

Quelle: EF

Jühnde. Zweimal sei per Lautsprecher ein Arzt gerufen worden, sagte Egli. „Einmal wegen mir. Ich hatte eine Panikattacke. Ich habe keine Luft mehr bekommen und bin umgekippt.“ Zum Glück seien genügend Ärzte an Bord gewesen, die sich um die Passagiere gekümmert hätten. „Der Zug war stark überbelegt. Viele saßen in den Gängen.“ Erst nach etwa drei Stunden sei ein „Notfallmanager“ an Bord gekommen, sagte die Schweizerin.

Alle Toiletten defekt

Nach Eglis Angaben stand mehr als der halbe Zug in dem Tunnel zwischen Kassel und Göttingen. „Alles war dunkel im Abteil – abgesehen vom Notlicht. Es herrschte dicke Luft, obwohl ein paar Türen zur Tunnelwand hin geöffnet worden waren.“ Außerdem seien alle Toiletten defekt gewesen.

Dann sei die Durchsage gekommen, in Wagen 9 könne man doch die Toilette benutzen. Die Schweizerin schaute nach. „Aber die gingen auch da nicht“, sagte Egli. „Die Toiletten waren randvoll, weil ohne Strom die Pumpe nicht ging. In Wagen 9 gab es aber eine Trittleiter und eine Rolle Haushaltspapier.“ Männer und Frauen hätten abwechselnd den Zug verlassen dürfen, seien ans Ende des ICE gegangen und hätten im Kiesbett ihre Notdurft verrichtet.

Über fünf Stunden Verspätung

Egli war am Freitagmorgen um 6 Uhr in der Schweiz gestartet. Sie wollte nach Kopenhagen. „Ich komme da jetzt mitten in der Nacht an mit über fünf Stunden Verspätung“, erzählte sie am Freitagabend. „Dass es nachts noch eine Verbindung gibt, konnten die mir im Zug nicht sagen. Die Schaffner hatten halt auch kein Internet im Tunnel und leider auch keinen Offline-Fahrplan dabei.“

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