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Sonnabend ist Tag der offenen Tür

Bioenergiedorf Jühnde Sonnabend ist Tag der offenen Tür

Jühnde ist Deutschlands erstes Bioenergiedorf. Die Gründung der Genossenschaft vor zehn Jahren feiert der Ort, der seinen Wärme- und Strombedarf mit eigenen Anlagen regenerativ deckt, am Sonnabend, 18. Juni, von 10.30 bis 17 Uhr auf dem Betriebsgelände, Koppelweg 1, mit einem Tag der offenen Tür.

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Vorstand und Sprecher Eckhard Fangmeier

Quelle: Wenzel

Jühnde. „Abends beim Tennisverein haben wird die Genossenschaft auf einem Bierdeckel gegründet“, erinnert sich Vorstand Eckhard Fangmeier. Eine der treibenden Kräfte war Jühndes damaliger Bürgermeister August Brandenburg (SPD). Er griff eine Idee der Göttinger Universität auf. Das Interdisziplinäre Zentrum für nachhaltige Entwicklung hatte diese 2001 ins Spiel gebracht. Der damalige Göttinger Landrat Reinhard Schermann (CDU) lobte einen Bioenergiedorf-Wettbewerb aus. Jühnde setzte sich durch.

Seriösität durch die Universität

125 der 200 Haushalte im Dorf, die 70 Prozent der Wärme verbrauchen, entschlossen sich zum Mitmachen. Heute sind es 145 Haushalte. „Durch das Vereinsleben kennen wir uns“, erklärt Fangmeier. Die Mitarbeit der Universität habe dem Projekt Seriösität gegeben. Die Landwirte hätten mitgezogen. So sei 2004 eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts entstanden, die dann 2006 zur Genossenschaft umfirmiert worden sei.

Tausende kamen

Fördergelder flossen. 1,3 Millionen Euro gab es vom Bund, 100.000 Euro vom Landkreis. „Ohne diese Hilfe hätten wir es nicht geschafft“, betont Fangmeier. Die Jühnder leisteten Pionierarbeit. Tausende Interessierte, darunter viele Asiaten und Amerikaner, informierten sich vor Ort. Heute gibt es 150 Bioenergiedörfer in Deutschland. Weil der Bund die Subventionen über das Erneuerbare Energiengesetz herunterfährt, hat die Genossenschaft in den vergangenen zwei Jahren 2,3 Millionen Euro in neue Technik investiert.

Heute speichert die Anlage das gewonnene Biogas. Erst wenn die Nachfrage im Netz groß und der Preis entsprechend hoch ist, springen die Blockheizkraftwerke an. Sie speisen dann mit wesentlich höherer Leistung als davor Strom ein. Um die Effizienz zu steigern, nutzt Jühnde mittlerweile sogar die Abgasabwärme zur Stromerzeugung.

Nähere Informationen unter: www.bioenergiedorf.de

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