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Unternehmer will Spielplatz Braunsgrund privat weiterbetreiben

Dransfeld Unternehmer will Spielplatz Braunsgrund privat weiterbetreiben

Der Unternehmer Benjamin Dannenberg bietet der Stadt Dransfeld den Betrieb des Spielplatzes Braunsgrund in Privatregie an, wenn die Kommune ihm das Grundstück überschreibt.

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Spielplatz Braunsgrund in Dransfeld

Quelle: Christoph Mischke

Dransfeld. Der Unternehmer Benjamin Dannenberg hat der Stadt Dransfeld die Übernahme und den Weiterbetrieb des Dransfelder Spielplatzes Braunsgrund angeboten. Der Jugendausschuss hat dem Rat bereits die Schließung empfohlen. Auf dem Spielplatz muss das Spielschiff, der Spielsand sowie der Fallschutzkies erneuert werden.

„In den Baugebieten Braunsgrund und Vor den Ellern, die durch Spielstraßen erschlossen werden, leben knapp 20 Kinder“, sagt Dannenberg, der mit Frau und Tochter (dreieinhalb Jahre) neben dem Spielplatz wohnt. Den Platz nutzten zudem eine Tagesmutter mit sechs weiteren Kindern sowie Kids vom nahegelegenen Campingplatz. Abends säßen dort Teenager zusammen. Im Winter ruhten sich Jugendliche nach dem Schlittenfahren auf dem Rodelberg auf dem Platz aus. Erwachsene kämen dort miteinander ins Gespräch.

Angebot an die Stadt

„Wir müssen den Spielplatz unbedingt erhalten“, meint der Geschäftsführer der Göttinger Hubschrauberfirma Helijet. Das fänden auch Nachbarn, mit denen er gesprochen habe. Sein Angebot an die Stadt: Er kaufe für 40 000 Euro ein neues Spielschiff, welches das alte, teilweise durchgefaulte Holzschiff ersetzt. Außerdem komme er in den kommenden 15 Jahren für Reparaturen, Mähen und Gehölzschnitt auf. Im Gegenzug solle ihm die Stadt Grundstück überschreiben.

„Die Stadt könnte das 573 Quadratmeter große Grundstück nach einer Änderung des Bebauungsplans zu einem Quadratmeterpreis von 105 Euro – nach Bodenrichtwertskarte – für 60 165 Euro verkaufen“, sagt dazu Bauamtsleiter Dirk Aue. „So viel Geld würde ich für das Spielgerät und die Pflege des Platzes in den kommenden 15 Jahren aufbringen“, meint Dannenberg. Dann seien die Kinder der Nachbarschaft groß und bräuchten den Spielplatz nicht mehr. Er könne das Grundstück zu diesem Zeitpunkt als zusätzliche Gartenfläche nutzen oder selbst dort bauen.

Rat entscheidet am 25. Oktober

Dannenberg will sein Angebot Stadtdirektor Mathias Eilers (SPD) am Dienstag, 18. Oktober, bei einem persönlichen Gespräch vor Ort erläutern. Er hofft, dass der Rat während seiner Sitzung am Mittwoch, 25. Oktober, zustimmt. Ausgemacht sei das nicht, weiß er. Vor einiger Zeit habe er der Stadt angeboten, auf dem Spielplatz Braunsgrund eine 5000 Euro teure Schaukel aufzustellen. Die Stadt sei anfangs interessiert gewesen. Am Ende hätten sie aber nicht zueinander gefunden. Laut Dannenberg scheiterte das Vorhaben daran, dass die Stadt die Kosten für die Umsetzung der beiden Sitzbänke nicht übernehmen wollte. „Ich habe dann für meine Tochter eine Schaukel in unserem Garten aufgestellt“, sagt der Unternehmer.

Fallschutzkies statt Sand

Gemäß der Verwaltungsvorlage für die Ratssitzung entstand der Spielplatz zusammen mit dem Baugebiet 2005. Bei der Schaukel müsste jetzt die morsche Bodenplatte ersetzt werden, was aufgrund des hohen Arbeitsaufwandes mehrere Tausend Euro kosten würde. Zudem sei der Sand gegen Fallschutzkies auszutauschen. Der Stadt liege das Angebot einer Firma vor, die das für 5400 Euro ausführen würde. In dieser Summe sei der ebenfalls notwendige neue Spielsand für das Schiff und der neue Fallschutzkies für die Reifenschaukel noch nicht enthalten. Die Stadt kann diese Ausgaben nicht aus ihrem laufenden Etat finanzieren und empfiehlt daher die Schließung.

„Der Reifen wurde übrigens kurz nach der Ausschusssitzung abmontiert“, so Dannenbergs Beobachtung. Er macht die Stadt auf die 400-Meter-Regel aufmerksam, wonach Kinder im Umkreis von 400 Metern einen Spielplatz vorfinden müssten. „Diese Regel ist in Niedersachsen bereits 2011 aufgehoben worden“, sagt dazu Bauamtsleiter Aue.

Von Michael Caspar

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