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Windräder: Dransfeld lehnt Höhenbegrenzung ab

Konfrontation Windräder: Dransfeld lehnt Höhenbegrenzung ab

Klassenkämpferische Töne hat Ulrich Maschke (Linke) in der Diskussion um Windräder zwischen Jühnde und Bördel angeschlagen. Für die Samtgemeinde Dransfeld zählten die Gewinne der Investoren offenbar mehr als die Einwände „lästiger Bürger“, klagte er im Samtgemeinderat.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Meensen. Maschke holte im Meensener Dorfgemeinschaftshaus weit aus, um eine Höhenbegrenzung von 185 Metern für die fünf geplanten Windkraftanlagen auf dem 40 Hektar großen Areal zu begründen. Er warnte vor Schattenwurf, einer Zerstörung der touristisch wichtigen Sichtachse zwischen Göttingen und dem Gaußturm, Lärmbelästigung und weit umher fliegenden Trümmerteilen eventuell abreißender Rotorblätter. Der Rat verwarf den Antrag bei zwei Enthaltungen.

Ein gewisses Verständnis für Maschkes Empörung signalisierte Ernst Achilles-Wengel (Grüne). Verwaltung und Rat hätten bei den betroffenen Bürgern einen „Verlust der Glaubwürdigkeit“ erlitten, sagte der Politiker, der selbst in der Nähe der geplanten Anlagen wohnt. Er warf der Verwaltung vor, „alternativlos“ Positionen des Landkreises zu übernehmen. Sie solle noch einmal „kompetente Leute“ mit der Angelegenheit betrauen.

Achilles-Wengel nahm Bezug auf eine Stellungnahme des Planungsbüros Seeling + Kappert, die die Bürgerin Anja Bleyer eingeholt hatte. Darin heißt es unter anderem, dass die Windräder das Landschaftsbild der touristisch genutzen Region beeinträchtigten. Sie verschatteten eventuell den Europäischen Fernwanderweg E6. In der leergeräumten Landschaft seien sie zudem besonders gut zu sehen. Samtgemeindebürgermeister Mathias Eilers (SPD) zeigte sich unbeeindruckt.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Ahlborn erklärte, die Verwaltung habe bereits ihr Mögliches getan. Der Rat nahm zwar ein Petition zur Kenntnis, in der sich 122 Bürger aus Bördel sowie dem nahen Hägerhof und der Hoya noch einmal für die 185 Meter stark machten. Die Ratsherren beschlossen jedoch eine Höhenbegrenzung von 215 Metern, damit künftig keine noch höheren Anlagen entstehen. Derzeit läuft ein Genehmigungsverfahren für fünf jeweils 205 Meter hohe Windräder. mic

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