Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
„Themen, die uns alle betreffen“

100 Tage Grenzlandmuseum Friedland „Themen, die uns alle betreffen“

Nach 100 Tagen Betrieb hat das Museum ­Friedland am Dienstag eine ausgesprochen positive Bilanz gezogen: 8.000 Besucher haben die Ausstellung „Fluchtpunkt Friedland“ besucht. Zugleich steht die Finanzierung für eine 20 Millionen Euro teure Erweiterung.

Voriger Artikel
Feuerwehr-Plan nun vorgelegt
Nächster Artikel
Rat Friedland gegen Extreme

Joachim Baur, wissenschaftlicher Leiter des Museums in Friedland.

Quelle: Christina Hinzmann

Friedland. Jeweils zehn Millionen Euro dafür kommen dem Wissenschaftlichen Leiter, Joachim Baur, zufolge von der Bundesregierung und vom Land Niedersachsen. Damit solle die jetzt 350 Quadratmeter große Ausstellungsfläche um 1000 Quadratmeter erweitert werden. Mit dem Bauvorhaben sollen bis 2019 außerdem Seminarräume für Besuchergruppen geschaffen werden.

Diese gehörten zu den häufigsten Besuchern des Museums in den ersten 100 Tagen. Baur berichtet von Austauschprogrammen aus ganz Europa sowie Schüler- und Studentengruppen, die sich über Flucht und Zwangsmigration informieren wollten - ein Erfolg für das Museum, denn es soll nach Baurs Worten „zum Denken anregen, Fragen aufwerfen und ein Forum für Debatten sein“. Bei der derzeitigen Ausstellung „Fluchtpunkt Friedland. Über das Grenzdurchgangslager 1945 bis heute“ tragen dazu multimediale Präsentationen, Erzählungen über Einzelschicksale und rund 400 Exponate aus der Lager-Vergangenheit bei. Das Konzept nennt Bernhard Graf, Leiter des Berliner Instituts für Museumsforschung, „herausragend“, wie das Museum mitteilte. Besonders habe ihn begeistert, dass die Ausstellung den authentischen Ort nahe der jetzigen Erstaufnahmeeinrichtung Friedland würdigt. Das liegt auch Baur am Herzen liegt: Er verweist auf die Führungen in der restaurierten Nissen-Baracke im Grenzdurchgangslager sowie Veranstaltungen mit dort untergebrachten Flüchtlingen.

Zu den Besuchern in den ersten 100 Tagen gehörten dem Museum zufolge aber auch Zeitzeugen, die beispielsweise als Helfer in der Gründungszeit des Grenzdurchgangslagers dabei waren. Emotional seien deren Reaktionen auf die Ausstellung gewesen, berichtet Baur, von „überwältigenden Erinnerungen“ ist im Besucherbuch die Rede.

Für Baur geht es nun darum, den Museumsbetrieb zu verstetigen: Im Januar soll eine eigens gegründete Stiftung das Museum übernehmen. In einigen Jahren hofft Baur auf rund 60 000 Besucher jährlich. Neben der Erweiterung der Ausstellungsfläche ist ihm zufolge außerdem eine dritte Bauphase in Planung: Langfristig soll in Friedland auch eine internationale Begegnungstätte entstehen - schließlich gehe es bei Flucht und Migration um „Themen, die uns alle betreffen“.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Der Wochenrückblick vom 26. November bis 2. Dezember 2016