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Angeklagter bezichtigt ominösen Dritten

Prozess um Mord In Reiffenhausen Angeklagter bezichtigt ominösen Dritten

Im Prozess um die Ermordung eines 27-jährigen Mannes aus Reiffenhausen hat sich am Montag erstmals der Angeklagte zu den Vorwürfen geäußert. In der von seinem Verteidiger Tobias Pohl verlesenen Erklärung bestritt der 29-jährige, etwas mit dem Mord zu tun zu haben.

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In Reiffenhausen war Anfang des Jahres eine Leiche gefunden worden.

Quelle: Vetter

Göttingen/Reiffenhausen. Stattdessen stecke ein ominöser Dritter namens Artur dahinter, zu dessen Identität er allerdings keine weiteren Angaben machte. Die schriftliche Einlassung endet damit, dass er der Familie des Getöteten sein Beileid bekundet. Es tue ihm leid, „was passiert ist“. Die Angehörigen des Mordopfers, die in dem Prozess als Nebenkläger auftreten, hatten sichtlich Mühe, die Fassung zu bewahren. Die Mutter des Mordopfers verließ weinend den Saal.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es den angeblichen Dritten gar nicht gibt und der 29-Jährige den Mord begangen hat. Dieser habe Anfang Februar den 27-jährigen Bruder seiner damaligen Freundin mit einer fingierten Flirt-SMS in die Feldmark gelockt und dort erschossen. Der Angeklagte habe sich dafür rächen wollen, dass der Bruder ihn mehrerer Diebstähle überführt hatte und er deswegen aus dem Haus hatte ausziehen müssen, in dem seine Freundin mit ihren Eltern und ihrem Bruder lebte.

In seiner Einlassung gibt der Angeklagte zu, dem 27-Jährigen die SMS geschickt zu haben. Allerdings will er dies im Auftrag des ominösen Artur getan haben. Dieser habe ihn nach seinem Rauswurf aus dem Wohnhaus seiner Freundin mehrfach angerufen und darüber aufgeklärt, dass er Opfer eines Komplotts geworden sei. Deren Bruder habe die angezeigten Diebstähle selbst begangen, um ihn aus dem Haus werfen zu können. Der vermeintliche Anrufer soll dem Bruder zunächst bei den Diebstählen geholfen, sich dann aber mit ihm zerstritten haben. Artur habe ihn beauftragt, den Bruder zu einem Treffpunkt zu locken. Im Gegenzug würde er ihm Fotos liefern, die beweisen würden, dass der Bruder die Diebstähle begangen habe.

Laut dem am Montag vorgestellten Gutachten des psychiatrischen Sachverständigen finden sich bei dem Angeklagten keine Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung, die seine Schuldfähigkeit beeinträchtigen könnte.

Von Heidi Niemann

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