Volltextsuche über das Angebot:

25 ° / 15 ° Regenschauer

Navigation:
Mehrere Gedenktage für Flüchtlinge

Friedland Mehrere Gedenktage für Flüchtlinge

Anlässlich des Weltflüchtlingstages am 20. Juni hat das Museum Friedland am Sonntag einen Aktionstag im Lager Friedland organisiert. Bewohner und Gäste feierten zusammen bei sommerlichen Temperaturen rund um die Nissenhütte.

Voriger Artikel
Miteinander statt gegeneinander
Nächster Artikel
Ferienangebote für Friedländer Schüler

Kunstaktionen zum Mitmachen beim Aktionstag im Lager.

Quelle: Peter Heller

Friedland. Im Inneren wird aktuell eine Sonderausstellung gezeigt. Flüchtlinge haben Fotos zusammengestellt und erklären dem Betrachter ihre Emotionen zu der jeweils entstandenen Kollage. Es sind Bilder von Traktoren, die den Fortschritt symbolisieren, Bilder von Häusern mit frisch gemähtem Vorgärten als Sinnbild einer sicheren Zukunft. Oder das Bild eines tanzenden Mädchens als Darstellung von wiedererlangter Lebensfreude.

Fri-AktionstagGrenzdurchgangslager Friedland, Heimkehrerstraße 18, FriedlandAktionstag zum World Refugee Day Programm: Die Band Azadi spielt persische und kurdische Musik auf traditionellen Instrumenten. Es gibt verschiedene Kunstaktionen zum Mitmachen.

Zur Bildergalerie

Ähnliche Bilder können an disem Sonntag auch auf dem Platz vor der Nissenhütte überall gemacht werden. Menschen aller Alterklassen tanzen gemeinsam zur Musik der Göttinger Band Azadi. Die Musiker aus Syrien, Irak und Deutschland spielen persische und kurdische Musik auf traditionellen Instrumenten. Und sie treffen dabei offensichtlich genau den richtigen Ton. Trotz der Hitze verlassen immer mehr Zuhörer die schützenden Schattenplätze und gesellen sich zu den Tanzenden vor der Bühne.

Optisch verstärkt wird das freudige Szenario durch die Arbeit eines Seifenblasenkünstlers. Zur Freude der Kinder fliegen die Blasen in verschiedensten Formaten weit über das Gelände. Während sich die Größeren schon an der Herstellung neuer Blasen beteiligen dürfen, haben sich die Kleineren auf das Platzenlassen und freudiges Quietschen verlegt. Musik und Seifenblasen überwinden dabei spielend alle kulturellen Grenzen. Die Organisatoren vom Friedländer Museumsteam bieten den Besuchern noch weitere Programmpunkte. So wurden auch in Freidland die sogenannten Kultur-Stühle bemalt. Dabei sollen die alten Sitzmöbel nicht nur optisch aufgewertet wertet werden, sonder auch Menschen unterschiedlicher Herkunft ins Gespräch kommen. Das Prinzip ist einfach und funktioniert. Am Ende sind die Maler nicht nur farbverschmiert, sondern im Regelfall auch zum Team geworden.

Flüchtlinge packen ihren „Koffer voller Wünsche“

Etwas am Rande des Festes haben Filmteams ihre Kameras aufgebaut. Sie interviewen Freiwillige zu ihren Emotion am Weltflüchtlingstag. Gleich nebenan packen einige Bewohner gemeinsam ihren Koffer. Allerdings rein symbolisch und nicht, um damit zu reisen. In den „Koffer voller Wünsche“ sollen ihre ganz persönlichen Bilder und Texte, erklärt Eva Völker, Pressesprecherin des Museum.

„No war“ steht in Kinderschrift als Wunsch über einem selbstgemalten Bild geschrieben. Ein anderer Zettel zeigt einen Regenbogen, der am Boden in die Farbe schwarz mündet. Auf wieder anderen stehen Fragen: Werde ich abgeschoben? Sehe ich meine Familie wieder? Wird die Zeit meine Wunden heilen? Am World Refugee Day 2016 entstand an gleicher Stelle eine gemeinsame Flagge, in der sich alle im Grenzdurchgangslager Friedland vertretenen Nationalitäten wiederfinden konnten.

Trotz der vielen persönlichen Schicksale der Anwesenden ist das Sommerfest des Museums Friedland an diesem Sonntag ein freudiger Auftakt zum World Refugee Day am 20. Juni.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Bundestagswahl: Die Kandidaten im Netz