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Aussage eines Pizzabäckers macht Reiffenhausen-Prozess wieder spannend

Zeitfenster für den Mord immer kleiner Aussage eines Pizzabäckers macht Reiffenhausen-Prozess wieder spannend

Im Prozess gegen den 28 Jahre alten Christian M. wegen des Mordes am Bruder seiner Freundin hat die Aussage eines Pizzabäckers für neue Spannung gesorgt. Der 27-Jährige bestätigte, dass der Angeklagte am Tattag mindestens 45 Minuten in der Göttinger Pizzeria war. Damit ist das Zeitfenster, um in Reiffenhausen den Mord zu begehen, noch kleiner geworden.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Reiffenhausen/Göttingen. Der Angeklagte hatte seine Abwesenheit am Tatabend, den 2. Februar, mit einer Fahrt zur Arbeitsstätte und dem Pizzaholen begründet. Er habe 45 Minuten warten müssen, weil es so voll gewesen sei, hatte er der Polizei gesagt. Die Staatsanwaltschaft bezweifelt den Besuch der Firma und das lange Warten. Am zehnten Verhandlungstag sagte ein Arbeitskollege aber aus, auch er habe schon gelegentlich noch abends in der Firma auf den Dienstplan geschaut, um zu sehen, wo er am nächsten Tag eingesetzt wird. Einen Beweis, dass auch M. am Tattag in der Firma war, gibt es aber nicht.

Der Pizzabäcker bestätigte die bisher unglaubwürdig lange Wartezeit. Allerdings nicht weden des Andrangs. Er sagte, der Besteller - konkret erkennt er den Angeklagten freilich nicht - habe offenbar bewusst Zeit verstreichen lassen. Nach der Bestellung sei ihm eine Wartezeit von zehn Minuten gesagt worden. Nach 15 Minuten habe er ihm "Pizza fertig!" zugerufen. Der Besteller habe aber eine weitere Viertelstunde verstreichen lassen. Selbst nach der zweiten Aufforderung habe er nochmals 15 Minuten gewartet. Die Pizza müsse da schon kalt gewesen sein. Das steht im Widerspruch zur Freundin des Bruders des Angeklagten, die aussagte, die Pizza sei noch warm gewesen, als sie der Angeklagte gegen 21 Uhr in Rittmarshausen ablieferte.

Auch wenn das Zeitfenster für die Tat (19 Uhr bis kurz vor 20 Uhr) damit eng geworden ist - ausgeschlossen war die Tatbegehung trotz des Fahrtweges vom Schleierbachtal bis Göttingen nicht. Und noch eine Merkwürdigkeit ergab sich am zehnten Verhandlungstag: Das Handy jenes Arbeitskollegen, der M. gestern entlastete, war am Tatabend mehrfach am Wohnort M.s eingeloggt. Er selber behauptet, dort nicht gewesen und sein Handy auch nicht verliehen zu haben.

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