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Dorfladen schließt wegen Eigenbedarfs

Reiffenhausen Dorfladen schließt wegen Eigenbedarfs

Zum letzten Mal öffnet der Dorfladen Reiffenhausen am Sonnabend, 1.Juli, seine Tür. Auch wenn es in der Vergangenheit mehrere Betreiberwechsel gegeben hatte, so hatten die Reiffenhäuser bislang immer noch eine Lösung für den Fortbestand gefunden. Jetzt aber nicht mehr.

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Der Dorfladen in Reffenhausen muss schließen. Das Team im Laden.

Quelle: Hinzmann

Landkreis. Die Eigentümer des Ladenlokals haben Eigenbedarf angemeldet, und der Dorfladenverein konnte so kurzfristig keine neuen Räume finden. "Wir haben alle Möglichkeiten geprüft, so haben wir auch überlegt, ins ehemalige Backhaus zu wechseln", erklärt der Vorsitzende des Dorfladen-Vereins Gerhard Bukowski. Doch seien dort wie auch bei den Räumen im Dorfgemeinschaftshaus umfangreiche Baumaßnahmen notwendig. Zudem seien die Möglichkeiten im Vergleich zum jetzigen Standort eher dürftig.

Brötchen und Zeitungsverkauf

Durch die Schließung verliert der Ort aber nicht nur eine Einkaufsmöglichkeit, sondern auch einen Treffpunkt, denn im hinteren Teil des Ladens war ein Café eingerichtet worden. Das aber wurde bereits längere Zeit nicht mehr genutzt. Die Öffnungszeiten des Ladens waren auf zwei Stunden am Sonnabend beschränkt worden. "Wir haben uns auf den Brötchen und Zeitungsverkauf konzentriert", erklärt Bukowski.

Für Hartmut Berndt, Leader-Regionalmanager des Landkreises bestehe die Hauptaufgabe eines Dorfladens auch nicht im Lebensmittelverkauf, sondern er besitze eher eine soziale Aufgabe: „Wir sollten Dorfläden mehr unterstützen, denn sie sind auch ein Dorftreffpunkt für die Menschen, die nicht mobil sind." Deshalb sei es notwendig, ein Konzept zu finden, das beide Aufgaben zusammenführe. „Aus meiner Sicht wäre dies gut angelegtes Geld“, wirbt er für mehr Unterstützung.

Ein Problem für die Läden sei, dass sie nicht alles vorrätig haben könnten und zudem beim Anbieter oftmals nur große Stückzahlen abnehmen könnten, die sie in ihren Läden aber nicht absetzen könnten. „Daher gibt es bei der Dorfladeninitiative Bemühungen, dies unter den einzelnen Einrichtungen zu generieren“, berichtet Berndt. Doch sei dies wegen der oftmals großen Entfernungen zwischen den Orten nicht so leicht umsetzbar.

Um die 15 Dorfläden im Landkreis

Die Anzahl der Dorfläden im Landkreis ist nach Aussage von Leader-Regionalmanager Hartmut Berndt nicht genau bestimmbar. Er schätzt, dass es derzeit etwa 15 Stück gebe - etwa in Reinhausen, Bremke, Güntersen, Volkmarshausen, Waake, Groß Lengden und Herberhausen. Doch gebe es in den Orten immer wieder Veränderungen, und außerdem sei es schwierig, eine Definition für Dorfläden festzulegen. Denn in einigen Dörfern gebe es auch Dorfbäcker, oder aber Supermarktketten wie Edeka und Rewe betrieben dort eine Filiale. Hierbei handele es sich aber meistens nicht um klassische Dorfläden, die aus dem Ort heraus betrieben werden. ve

Dem Dorfladen-Verein Reiffenhausen hätten in der Spitze 95 Mitglieder angehört, und jetzt seien es noch 73. Bei allen sei das Bedauern über den Verlust des Ladens groß, doch sehe niemand das Projekt als Misserfolg an, sagt Bukowski. Ein großer Dank gelte Stefan Fleck, der den Laden nach dem Rückzug von Peter Heimbs mit großem Engagement übernommen habe. Stefan Fleck nimmt an, dass  im vergangenen Jahr zwischen 80 und 100 verschiedene Kunden den Laden besucht haben. Sie seien traurig über die Schließung, denn nun bekämen sie vor Ort keine frische Brötchen mehr. Außerdem fehle auch ein Treffpunkt mit den Nachbarn.

Großer Respekt vor dem Engagement

In Bremke,  Reinhausen, Roringen und Güntersen liefen die Geschäfte nach Ansicht von Helmut Berndt gut. In Bremke beispielsweise gebe es ein großes Engagement der Einwohner, das dazu beitrage. „Vor dem Engagement, das die jeweiligen Einwohner für ihre Läden zeigen, habe ich großen Respekt“, sagt Brandt. Denn dies zeige, dass sie einen Treffpunkt in ihrem Ort behalten möchten. In Roringen sei das Projekt Leader-gefördert. Von Vereinsseite würden die Fehlbeträge des Ladens durch die Mitgliedsbeiträge ausgeglichen. Außerdem habe der dortige Verein das Ladengebäude vor einiger Zeit gekauft und biete neben dem Warenverkauf auch weitere Aktionen an, um die Kosten zu decken.

Das Laden-Inventar in Reiffenhausen gehört laut Bukowski  zum Teil dem Verein, und zum anderen handele es sich um Leihgaben. Daher seien die Besitzer gebeten worden, ihre Gegenstände wieder abzuholen. "Einen Teil der Vereinsgegenstände werden wir im Internet anbieten. Der Rest und nicht abgeholtes Inventar wird am Sonnabend, 22. Juli, versteigert", kündigt Bukowski an. Denn da vor Ort allen Möglichkeiten geprüft worden seien, glauben die Vereinsmitglieder nicht, dass doch noch ein Weg für den weiteren Fortbestand gefunden wird.

Von Vera Wölk

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