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"Wir werden diese Nacht nie vergessen"

Schulzentrum Groß Schneen fast fertiggestellt "Wir werden diese Nacht nie vergessen"

Wenn am Donnerstag die Schüler aus den Sommerferein zurückkehren, ist das Schulzentrum Groß Schneen immer noch eine Baustelle. Allerdings: Die Sanierung ist weit fortgeschritten, die Fachräume sind fertig, das Ende der Bauarbeiten in Sicht.

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Von links: Bettina Kesselhut und Hartmut Becker (LK) mit Schulleiter Jens Hepe und Landrat Bernhard Reuter bei der Besichtigung der neuen Lehrküche

Quelle: Christina Hinzmann

Groß Schneen. Am Montag standen Landrat Bernhard Reuter (SPD) und die Mitarbeiter des Gebäudemanagements des Landkreises zusammen mit Schulleiter Jens Haepe in einer funkelnagelneuen Lehrküche. Zehn Kochstellen in blanken Einbauzeilen - alles neu. Hier stand in der Nacht zum 17. August 2015 das Wasser bis zu 80 Zentimeter hoch. Nebenan in der Sporthalle, in der Flüchtlinge Aufnahme gefunden hatten und vor dem Wasser fliehen mussten, ebenso.Die Sporthalle musste wegen der Bauschäden abgerissen werden. Derzeit steht nur noch die letzte Seitenwand im Süden. Die Schule wurde teils bei laufendem Unterricht saniert. Sogar Bagger, erinnert Haepe, standen in der Aula und rissen die Fliesen heraus. 

"Wir werden diese Nacht nie vergessen", erinnert sich der Landrat an die verheerenden Folgen des Unwetters. Haepe wird aber auch die Duldsamkeit von Schülern und ihren Eltern nicht vergessen. Ein Jahr lang musste sich die Schule mit 28 Klassen in nur 19 Unterrichtsräumen und vier weiteren in Containern begnügen. Die Fachräume im Sockelgeschoss waren allesamt nicht nutzbar. Dank Nachbarschaftshilfe der Firma Tilch im Mehrgenerationenhaus und durch die Gemeinde, die das Sitzungszimmer stellte, gab es Entlastung. Die Gemeinden Rosdorf und Gleichen halfen mit ihren Sportstätten, um trotz großer logistischer Probleme den Sportunterricht zu gewährleisten. Elf Fachräume und zwei Unterrichtsräume der Grundschule mussten saniert werden. 

Das Gros der Arbeiten ist fertig. Nur das neue Dach für das Forum (Aula) fehlt noch. Ende der Herbstferien soll alles saniert sein. Der Landkreis nutzte die Gelegenheit, die Schule von asbesthaltigen Verkleidungen und Dämmmaterial aus Mineralwolle zu befreien. Brandschutz und Dämmung wurden verbessert, alle Fachräume neu ausgestattet. Denn tatsächlich hätten einige der Fachräume in den nächsten zehn Jahren ohnehin neu ausgestattet werden müssen - so wie die jetzt moderne Lehrküche.

Und auch in den Hochwasserschutz wird noch investiert, damit sich der kapitale Schaden nicht wiederholt. Das Gelände wird für 800000 Euro mit Erdwall, Winkelstützen vor der Böschung, gepflasterter Rampe, neuen Kanälen und Rückhaltebecken versehen. Die Bodenplatte der neuen Sporthalle wird gleich einen Meter höher gebaut. Denn die Wiederholung solch gigantischer Wassermassen ist unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Reuter: "Da kann der Kanal so gut sein, wie er will. Solche Massen kann er nie fassen." Am 16./17. August 2015 waren bis zu 45 Liter je Quadratmeter auf hartgetrocknete, nicht aufnahmefähige Felder geregnet und samt Schlamm und Stroh ins Dorf geschossen.

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Von Redakteur Jürgen Gückel

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