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„Wir können schon ein bisschen stolz sein“

Ballenhausen „Wir können schon ein bisschen stolz sein“

Bei einer kleinen Feier haben Flüchtlingshelfer, Sportvereinsmitglieder und andere die Arbeit mit Flüchtlingen in Ballenhausen Revue passieren lassen. Der SV Ballenhausen hatte im vergangenen Herbst sein Sporthaus als Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung gestellt. Ende April sollen die letzten Bewohner wieder ausziehen.

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Feier im Groß Schneer Hof: Eingeladen waren vor allem Freiwillige in der Flüchtlingsarbeit im Umfeld der Ballenhäuser Unterkunft.

Quelle: Peter Heller

Ballenhausen. Rückblickend nennt es Dennis Thielert immer noch „die schwierigste Entscheidung, die ich während meiner Vereinsmitgliedschaft erlebt habe“. Dem Vorsitzenden des SV Ballenhausen zufolge sprachen sich knapp zwei Drittel der Vereinsmitglieder für die Unterbringung von Flüchtlingen im vereinseigenen Sporthaus aus. Wenig später zogen rund 60 Menschen dort ein - hauptsächlich yezidische Familien aus dem Irak.

„Wir können schon ein bisschen stolz sein“, finden ehrenamtliche Flüchtlingshelfer wie Daniela Soltwedel heute. Denn kurz nach dem Einzug der Flüchtlinge hatte sich ein Helferkreis gebildet, der neben Sportangeboten und Kinderbetreuung auch Spenden und Deutschkurse organisierte. Michaela Volle, eine andere Ehrenamtliche, berichtet, auch der persönliche Kontakt habe eine große Rolle gespielt: Familien aus dem Ort hätten Freundschaften geschlossen, und auch für sie sei es etwas anderes gewesen, mit Flüchtlingen nicht nur in den Nachrichten konfrontiert zu werden. Eines Abends habe ein befreundeter Familienvater ihr Videos der Überfahrt von der Türkei nach Griechenland gezeigt - „mit den ganzen Kindern im Schlauchboot“. Das zu sehen, sei noch mal „ein ganz anderes Gefühl“ gewesen, erinnert sie sich.

Es waren jedoch nicht nur Ehrenamtliche aus dem Dorf, sondern auch Sparkassenauszubildende aus Göttingen und andere, die sich für die Flüchtlinge einsetzten. „Die Liste ist lang, ich weiß gar nicht, wem ich zuerst danken soll,“ sagte Thielert bei der Feier im Landhotel Groß Schneen Hof. Dem Sportverein dankbar war auch die Lokalpolitik: Im Namen der Ortschaft Friedland dankte Gemeindebürgermeister Andreas Friedrichs (SPD) den Ballenhäusern für die Unterstützung „in einer Zeit, in der die Erstaufnahmeeinrichtung aus allen Nähten platzte“.

Und auch Landrat Bernhard Reuter (SPD) erklärte, ihm sei kein anderer Verein bekannt, „der den Mut hatte, seine eigenen Anlagen zur Flüchtlingsunterbringung zur Verfügung zu stellen“.

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