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Glasmaleriefenster von 1893 restauriert

Oberkirche St. Nikolai Glasmaleriefenster von 1893 restauriert

Seit 2011 befindet sich das Glasmalereifenster der ehemaligen Oberkirche St. Nikolai in Besitz des Heimatvereins Groß Schneen. Jetzt ist es restauriert und soll beim Tag der offenen Tür, Sonntag, 6. August, ab 14 Uhr, in der historischen Sammlung erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden.

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Mitglieder des Heimatvereins stellen das restaurierte Glasmalereifenster der ehemaligen Oberkirche St. Nikolai (1971 abgerissen) in Groß Schneen vor. V.l.: Friedrich Vollmer, Ortsheimatpflegerin Gudrun Blanke-Vollmer, Christian Meyer und Heinrich Harriehausen (1. Vors. Heimatverein)

Quelle: Christoph Mischke

Groß Schneen. Das Fenster von 1893 wurde nach dem Abriss der Oberkirche 1971 von Wilhelm Schöttel aufbewahrt.  Bevor es zu dessen Tochter Melitta nach Hannover gelangte. "Als das Fenster zurück nach Groß Schneen kam, befand es sich in einem desolaten Zustand", berichtet Ortsheimatpflegerin Gudrun Blank-Vollmer. Da die Mittel zur Restaurierung fehlten, lagerte das Fenster zunächst in der historischen Sammlung des Heimatvereins. Die Sammlung wird von einer achtköpfigen Arbeitsgruppe innerhalb des Heimatvereins betreut, die sich immer mittwochs trifft.

Bis 1971 hatte Groß Schneen zwei Kirchen, eine im Oberdorf, die Oberkirche, und eine im Unterdorf, die Michaeliskirche. Allerdings waren in der Oberkirche bereits seit 1943 keine Gottesdienste mehr gefeiert worden und sie diente nur noch als Lagerraum. "In der historischen Sammlung befinden sich die Wetterfahne mit Dokumentenkugel und der Taufbeckenständer", sagt Blank-Vollmer. Der Vorsitzende des Heimatvereins Heinrich Harriehausen ergänzt, dass die historische Sammlung durch die ehemalige Tür der Nordseite der Oberkirche betreten wird.

Das handgemalte Fenster besteht aus vier Feldern mit einem symmetrisch-floralen Muster. Eine Besonderheit ist der erhaltene Randstreifen, der Teile aus verschiedenen anderen Glasmalereien enthält und ursprünglich durch Wandputz verdeckt war. „Zur Erhaltung und Restaurierung des Glasmalereifensters mussten verschiedene Arbeiten vorgenommen werden“, sagt Blank-Vollmer. So seien zerstörte beziehungsweise fehlende Einzelgläser durch getönte Gläser mit leicht gewischten Überzügen, die den floralen Ornamenten nachempfunden sind, ersetzt und gesprungene Gläser geklebt worden.

Die Kosten für Restaurierung, Aufbau und Beleuchtung des Fensters belaufen sich auf etwa 7000 Euro. Ein Teil der Kosten wurde von Calenberg-Grubenhagensche Landschaft übernommen. Dies ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, die sich unter anderem der regionalen Kulturförderung widmet. "Der andere Teil wurde über private Spenden finanziert", sagt die Ortsheimatpflegerin.

Beim Tag der offenen Tür soll den Spendern und allen anderen Beteiligten für ihren Einsatz gedankt werden. "Wir starten die Veranstaltung mit einer kurzen Andacht auf dem Hof", sagt Blank-Vollmer. Das restaurierte Fenster kann im neugestalteten östlichen Raum der Sammlung besichtigt werden. In der Sammlung sind ansonsten noch zahlreiche Objekte aus den Bereichen Landwirtschaft, ländliche Hauswirtschaft und des dörflichen Handwerkes zu sehen. Außerdem gibt es auch Informationen zur Kultur- und Ortsgeschichte.

Die Sammlung kann, nach Absprache mit Friedrich Vollmer, jederzeit besichtigt werden. Er ist unter der Telefonnummer 05504/7213 erreichbar.

Von Vera Wölk

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