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Hartes Ringen um weiches Wasser

Hohe Pacht verlangt Hartes Ringen um weiches Wasser

In dieser Woche hat der Bau der Wasserleitung vom neuen Trinkwasserbrunnen bei Groß Schneen nach Ballenhausen begonnen. Schon Ende Oktober könnte weicheres Wasser fließen. Der Plan zum Bau der Enthärtungsanlage aber stockt. Die Realgemeinde Friedland will zu viel Pacht.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Groß Schneen/Friedland. Unproblematisch ist die Umstellung auf etwas weicheres Wasser: 20 statt bisher 40 Härtegrade in Ballenhausen, Niedernjesa und Stockhausen. Das soll Ende Oktober, spätestens aber zum Jahresende soweit sein, wenn der neue Brunnen in Groß Schneen mit dem Hochbehälter Groß Schneen und mit dem nördlichen Versorgungsgebiet des Wasserverbandes Leine Süd verbunden ist.

50 Prozent Reduzierung

Dann nämlich werden das Wasser aus dem Friedländer Brunnen und aus dem neuen Tiefbrunnen gemischt und in neuer Qualität dem gekoppelten Versorgungsgebiet zugeführt. Für den Nordteil bedeutet das eine 50-prozentige Reduzierung der Wasserhärte. Die Strecke Brunnen-Ballenhausen ist in Bau, die von Brunnen bis Hochbehälter ist ebenfalls beauftragt und benötigt sechs Wochen Bauzeit.

Nun hakt es einzig an der Baufläche für die Enthärtungsanlage. Nach einer Bürgerbefragung, in der sich die Mehrheit der Gemeinde für weicheres Wasser aussprach, plant der Wasserverband die Nanofiltrationsanlage am Hochbehälter Groß Schneen. Die dortige Fläche gehört allerdings der Realgemeinde Friedland und müsste gepachte werden. Grundsätzlich, so Realgemeinde-Vorsitzender Erwin Feldmann-Bethe, "werden wir uns nicht versperren". Bisher habe man aber "nur zwischen Tür und Angel" ein Pachtangebot mündlich erhalten. "Das betrachten wir nicht als Angebot."

Überall auf Pachtland

Der Wasserverband stellt das ganz anders dar. In zwei Ortsterminen und per Mail sei der Realgemeinde der in solchen Fällen übliche Entschädigungssatz angeboten worden. "Etwas anderes können wir nicht bezahlen", sagt Geschäftsführer Thomas Gotthard. Die Friedländer aber wollten "das Fünf- bis Sechsfache". Wenn der Wasserverband das akzeptiere, gehe das Feilschen überall los - zu Lasten der Wasserkunden. Denn die Einrichtungen des Verbandes stehen fast überall auf Pachtland oder sind unter genossenschaftlichen Feldwegen vergraben.

Feldmann-Bethe bestätigt auf Anfrage, dem Verband ein Angebot gemacht zu haben. Ob die außergewöhnliche Höhe des Pachtzinses ernst gemeint sei? "Sonst hätten wir das nicht gemacht." Die Forderung ist laut Gotthard "so hoch wie für Bauland", dabei gehe es doch um eine Einrichtung für alle Bürger der Gemeinde, und die Realgemeinde sei schließlich auch eine Körperschaft des öffentlichen Rechts.

"In der wir sogar Mitglied sind", sagt Gemeindebürgermeister Andreas Friedrichs (SPD). Ebenso die Kommunale Erschließungsgesellschaft. Feldmann-Bethe bestreitet diese Mitgliedschaften. Friedlands Haushalt aber weist sehrwohl Beitragszahlungen an die Realgemeinde Friedland aus. Notfalls müsse die Gemeinde eine außerordentliche Mitgliederversammlung beantragen, sagt Friedrichs. Vorerst aber hofft er: "Ich gehe als Bürgermeister davon aus, dass wir uns im öffentlichen Interesse einigen können."

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