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Hochwasserschutz ist Gemeinschaftsaufgabe

Bauausschuss empfiehlt der Verwaltung, Gesamtkonzept für Gemeinde Friedland zu beauftragen Hochwasserschutz ist Gemeinschaftsaufgabe

Einstimmig hat der Bauauschuss Friedland die Gemeindeverwaltung aufgefordert, ein Gesamtkonzept für den Hochwasserschutz in allen Ortsteilen des Gemeindegebietes zu erstellen. Der Plan ist Folge des Unwetters in der Nacht zum 17. August, das Experten zufolge statistisch nur alle 500 Jahre vorkommen dürfte.

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Einstimmig hat der Bauauschuss Friedland die Gemeindeverwaltung aufgefordert, ein Gesamtkonzept für den Hochwasserschutz in allen Ortsteilen des Gemeindegebietes zu erstellen.

Quelle: Pförtner

Friedland. Einen Überblick, wie so ein Konzept aussehen und was es berücksichtigen müsste, gab dem Ausschuss Ralph Wagener vom Büro Rinne.

Nach Wageners Berechnungen sind in jener Nacht zwischen Deiderode und Groß Schneen 105 Millimeter Niederschlag binnen sechs Stunden gefallen. Das ist die Regenmenge für ein halbes Jahr und entspricht einem so genannten HQ 500, also der Menge, die statistisch alle 500 Jahre einmal zu erwarten wäre. Künftig sei aber häufiger mit extremen Regenmengen zu rechnen. Wie Statistiken eben so seien, könne jedes „Starkregenereignis“ jederzeit wieder auftreten.

Es sei klar, das solche Mengen kein Kanalnetz fassen könne. Die Schäden seien durch Oberflächenwasser verursacht worden, zumal die Straßeneinläufe durch Schlamm schnell verstopft waren. Der Fachmann machte deutlich, dass Hochwasserschutz eine Gemeinschaftsaufgabe ist.

Die Entwässerungsträger, also der Wasserverband Leine-Süd, müsse vorbereitet sein auf Ereignisse, wie sie statistisch alle fünf Jahre einmal vorkommen. Darüber hinausreichender Schutz sei Aufgabe der Kommune. Die Grenze liege hier bei einem alle 30 Jahre möglichen Ereignis. Gegen schlimmere Unwetter oder Hochwasser könne sich jeder Eigentümer nur selber schützen, indem er Objektschutz betreibt.

Welche Überflutungsvorsorge im Gemeindegebiet nötig sein kann, müsse in einem aufwändigen Konzept errechnet werden. Dabei müsse auch ermittelt werden, wann welche Wassermassen sich welchen Weg nehmen. Daraus könnten Private dann erkennen, ob sie im Extremfall überhaupt betroffen wären. Hinsichtlich der Kosten und des Nutzens einzelner Maßnahmen müsse zudem eine Prioritätenliste erarbeitet werden.

Die Untersuchung solle auch darauf hinweisen, welche Kosten etwa der Wasserverband, welche die Kommune und welche private wie der Leineverband zu tragen haben, forderte Bürgermeister Andreas Friedrichs (SPD).

Am Rande der Diskussion erinnerte Reiffenhausens Bürgermeister Bernd Magerkurth (SPD) auch an einen alten Plan, wie sein Heimatort geschützt werden könnte. Durch Reiffenhausen fließt in der vollen Länge der Schleierbach. Am 17. August richteten dessen Wassermassen gewaltige Schäden an.

Schon vor Jahrzehnten, so Magerkurth, sollte ein bisher nie gebautes Regenrückhaltebecken zwischen Lichtenhagen und Reifenhausen etwas mehr Sicherheit schaffen. Das könnte einer von vielen aus dem Gesamtkonzept zu entnehmenden Lösungsvorschlägen sein.

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