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Katholische Kirche feiert 60-jähriges Bestehen

Friedland Katholische Kirche feiert 60-jähriges Bestehen

Nur wer Probleme annimmt, kann sie auch lösen. Nur wer Flüchtlinge offen aufnimmt, kann sie auch integrieren. Das hat Bischof Norbert Trelle am Sonntag in Friedland betont. Dort feierte die katholische Heimkehrerkirche St. Norbert 60-jähriges, die soziale Einrichtung Caritas 70-jähriges Bestehen.

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Bischof Norbert Trelle

Quelle: Heller

Friedland. In Friedland richtete die britische Besatzungsmacht nach dem Zweiten Weltkrieg ein Lager ein, in dem sie Flüchtlinge, Vertriebene und Kriegsgefangene registrierte. Anschließend verteilte sie sie weiter auf die Landkreise. Was als Provisorium geplant war, hat bis heute Bestand. „Flucht und Vertreibung werden nicht irgendwann zuende sein“, kommentierte Trelle in seiner Predigt vor 250 Christen.

Das katholische Hilfswerk Caritas begann gemeinsam mit der evangelischen Diakonie und dem Roten Kreuz gleich nach dem Krieg seine Arbeit in Friedland. Mit Josef Krahe erhielt das Lager 1948 dann auch seinen ersten hauptamtlichen Pfarrer, berichtete Thomas Scharf-Wrede, der Leiter des Hildesheimer Bistumsarchivs in einem Vortrag nach dem Gottesdienst. Zuvor war das Lager von Pfarrern in Göttingen aus betreut worden.

Tausende kamen damals täglich ins Lager, erhielten Nahrung und Kleidung, bevor sie weiterverteilt wurden. Scharf-Wrede mit Blick auf die Millionen Menschen die seinerzeit ins schwer zerstörte Deutschland kamen: „Der Blick zurück relativiert maches.“ Aktuelle Aufgaben erschienen in einem anderen Licht.

An den Bau einer Kirche war angesichts der vielen Aufgaben zunächst nicht zu denken. Die Katholiken feierten ihre Messen in einer Baracke, die mehr dem Stall von Bethlehem als einem Gotteshaus ähnelte, so der damalige Pfarrer Krahe. St. Norbert entstand 1955. Geweiht hat das Gotteshaus der damalige Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, der Kölner Erzbischof Kardinal Josef Frings. Er weihte 1968 Trelle zum Priester.

Von Michael Caspar

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