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Mit Mähdrescher durch Baustelle

Kurz vor der Ernte Mit Mähdrescher durch Baustelle

Die Getreideernte hat begonnen oder steht kurz bevor. Genau in diesem Moment sperrt der Landkreis Göttingen den einzig sinnvollen Weg auf die Felder, schimpft Landwirt Hermann Kerl von der Betriebsgemeinschaft Groß Schneen-Ludolfshausen. 100 Hektar reifes Getreide seien nur auf Umwegen zu ernten.

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Mähdrescher auf einem Feld.

Quelle: Meder

Groß Schneen/Ludolfshausen. Dabei nehme der Landkreis bei anstehenden Bauarbeiten schon Rücksicht, soweit es geht, sagt Landkreis-Sprecherin Andrea Riedel-Elsner. Die von diesem Mittwoch an gesperrte Kreisstraße zwischen Groß Schneen und Ludolfshausen etwa, die voraussichtlich bis 3. August unpassierbar bleibt, werde bewusst in den Sommerferien saniert. Aktuell gebe es keinen Schulbusverkehr, der Verkehr von Berufspendlern sei wegen der Ferien deutlich schwächer. Der Landkreis habe „die Interessenlagen der verschiedenen Bevölkerungsgrupen im Blick“. Kurzfristige Beeinträchtigungen ließen sich aber nicht vermeiden, teilt der Landkreis mit.

Kerl und seine Kollegen tröstet das nicht. Die Interessen der Landwirte würden missachtet. Die Betriebsgemeinschaft bewirtschaftet rund 100 Hektar Land rund um Ludolfshausen und Lichtenhaben - von Groß Schneen aus. Die schweren Erntemaschinen - allein der Mähdrescher hat eine Breite von 3,30 Metern und muss mit Sondergenehmigung fahren - müssen nun 25 Kilometer Umweg über Reckershausen und Reiffenhausen auf die Felder nehmen. Einen anderen Weg durch den Wald gibt es nicht. Von den unzähligen Fahrten der schweren Transporter mit der Ernte ins Silo im Leinetal ganz abgesehen. „Wir müssen eigentlich noch jemanden einstellen, sonst schaffen wir die langen Wege gar nicht“, sagt Kerl.

Die Gemeinschaft habe vor der Sperrung schnell noch einige hoch gelegene Felder geerntet, „ob die reif waren oder nicht“. Der Rest muss bis nach der Sperrung stehen bleiben, oder es gelinge, in Absprache mit der Baufirma doch noch phasenweise den Weg über die Kreisstraße zu nutzen.

Besonders ärgert sich Kerl, dass das Landvolk über bevorstehende Straßensperrungen nicht informiert werde. Dann wären die Ernteinteressen wenigstens bekannt gewesen. Offenbar wisse man beim Kreis nicht, welche Felder von wo aus bewirtschaftet werden. Früher sei das „auf dem kleinen Dienstweg ganz einfach gelaufen“. Heute werde auf die Landwirtschaft keine Rücksicht genommen. Der Landkreis bestätigt: „Straßensperrungen im Rahmen umfangreicher Sanierungsmaßnahmen bedürfen keiner Abstimmung mit der Landwirtschaft.“ Aber natürlich würden Interessen, wenn sie bekannt seien, berücksichtigt.

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