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Lebenslange Haft für Rachemord

Urteil Landgericht Göttingen Lebenslange Haft für Rachemord

Im Prozess um die Ermordung eines 27-jährigen Mannes aus Reiffenhausen hat das Landgericht Göttingen am Freitag die höchstmögliche Freiheitstrafe verhängt. Die Schwurgerichtskammer verurteilte den 29-jährigen Angeklagten wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe.

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Der 29-Jährige muss lebenslang in Haft.

Quelle: Swen Pförtner

Reiffenhausen. Außerdem stellte sie die besondere Schwere der Schuld fest. Dies mache es sehr unwahrscheinlich, dass er vorzeitig auf Bewährung aus der Haft entlassen werde, sagte der Vorsitzende Richter Ralf Günther. Das Gericht sah es „ohne jeden vernünftigen Zweifel“ als erwiesen an, dass der Angeklagte Anfang Februar vergangenen Jahres den Bruder seiner damaligen Freundin heimtückisch und aus niederen Beweggründen in einen Hinterhalt gelockt und mit mehreren Schüssen getötet hat.

Ein 29-Jähriger aus Reiffenhausen muss wegen Mordes lebenslang in Haft. Das hat das Landgericht Göttingen am Freitag geurteilt.

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Das Gericht entsprach mit seinem Urteil den Anträgen der Anwälte der Nebenkläger. Während die Mutter und die Schwestern des Getöteten bei der Urteilsverkündung in Tränen ausbrachen, ließ der Angeklagte wie schon zuvor während des gesamten Prozesses keinerlei Gefühlsregung erkennen.

 
Die Staatsanwaltschaft hatte ebenfalls eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert, ihrer Ansicht nach ließ sich allerdings weder das Mordmerkmal der Heimtücke noch eine besondere Schwere der Schuld feststellen.

 

Dies sah das Gericht anders. Der 29-Jährige habe den Mord planmäßig vorbereitet und ausgeführt. Er habe sich an dem Bruder seiner Freundin rächen wollen, weil dieser ihn wegen mehrerer Diebstähle angezeigt hatte und er deshalb aus dem Wohnhaus seiner Freundin ausziehen musste. Der Angeklagte habe den 27-Jährigen mit einer fingierten SMS in die Feldmark gelockt, wo er ihm mit einer Waffe auflauerte.

 

Anhand der von der Polizei ausgewerteten Telekommunikationsdaten lasse sich die Tat sekundengenau rekonstruieren. Um 19.09 Uhr und 20 Sekunden sandte das Opfer noch einen Notruf ab, sieben Sekunden später brach die Verbindung ab. In diesen sieben Sekunden habe der Angeklagte sechs bis sieben Schüsse auf sein wehrloses Opfer abgefeuert, bis er sich sicher gewesen sei, dass er den 29-Jährigen getötet hatte, sagte der Vorsitzende Richter. Anschließend habe er „sich und seine Tat abgefeiert“, indem er am Tatort ein Lied des Gangsta-Rappers 50 Cent abspielte, das er nachmittags auf sein Handy geladen hatte. Danach habe der Angeklagte die Leiche über eine Wiese zu einem Bach geschleift und dort versteckt.

 

Der Kammervorsitzende verwies darauf, dass das Gericht vergeblich nach Gründen gesucht habe, um den Angeklagten nicht zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilen zu müssen. Dieser habe jedoch auf entsprechende Hinweise nicht reagiert. Seine Schuld wiege auch deshalb besonders schwer, weil seine Tatmotive auf niedrigster Stufe anzusiedeln seien.

 

Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert, weil dem Angeklagten die Tat nicht nachzuweisen sei. Sie will gegen das Urteil Revision einlegen. pid-nie

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