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Lostrommel dreht sich im Kreishaus

Auftrag für Sporthalle in Groß Schneen Lostrommel dreht sich im Kreishaus

Ein solcher Millionenauftrag muss europaweit ausgeschreiben werden: Neubau einer Dreifeld-Sporthalle in Groß Schneen. Am Montag sind jene Büros ermittelt worden, die am Architektenwettbewerb teilnehmen dürfen - per Losverfahren und mit Ziehung aus der Glückstrommel im Göttinger Kreishaus.

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Volker Thiele (rechts) als Glücksfee: 19 aus 287 Bewerbern im Architekturwettbewerb.

Quelle: Gückel

Göttingen/Groß Schneen. Das, sagt Dezernentin Christel Wemheuer (Grüne), sei „ein historisches Ereignis“. Beim Landkreis Göttingen habe es solch ein Verfahren jedenfalls noch nicht gegeben. Als die großen Bauprojekte in den 70er-Jahren entstanden, gab es noch keine Pflicht zur europaweiten Ausschreibung. Jetzt aber haben sich 287 Architekturbüros beworben, davon elf aus sechs europäischen Nachbarländern. Wer von diesen einen Entwurf abgeben darf, das konnte nur das Los entscheiden. Immerhin darf ein Bauherr einen Teil der Teilnehmer des Wettbewerbs - konkret ein Drittel - setzen, also vorher bestimmen. Das wären neun Büros aus der Region Göttingen beziehungsweise aus Duderstadt und Hannover gewesen. Nur acht von ihnen aber zeigten Interesse. Zu diesen acht Architekten wurden am Montag 19 Büros (18 plus eines als Ersatz für das ausgefallene gesetzte) aus ganz Deutschland hinzugelost. Sie kommen überwiegend aus Berlin und Frankfurt beziehungsweise aus Westdeutschland. Ausländische Architekten sind nicht dabei.

 
Das Verfahren musste ausgeklügelt sein, um niemanden der 287 Bewerber zu benachteiligen. 287 blaue Marken mit den Nummern wurden unter Aufsicht der Landkreis-Justiziarin in die durchsichtige Lostrommel geworfen. Dann zog Volker Thiele aus der Telefonzentrale die 19 Glücklichen. Hinzu kamen vier Ersatzbüros, falls einige der Bewerber doch keinen Entwurf abgeben sollten.

 
Immerhin gibt es eine stattliche Summe zu gewinnen, ohne auch nur einen Stein auf den anderen gesetzt zu haben. Allein der Entwurfswettbewerb ist mit 28 000 Euro datiert, davon 10 000 Euro für den Gewinner. Akribisch wurden die gezogenen Nummern den unter dieser Nummer notierten Büros zugeordnet. Die gesetzten und ausgelosten Büros erhalten nun zum 9. Februar die Ausschreibungsunterlagen, haben bis 23. Februar Frist für Rückfragen und haben bis zum 15. beziehungsweise 25. April ihre Planunterlagen und danach die Modelle abzugeben. Die Jury entscheidet bis zum 31. Mai. Zu dieser gehören vier Fachleute der Architektur-Branche sowie die Dezernenten Marcel Riethig (SPD) und Christel Wemheuer. Die Politik wird von Steffani Wirth (Grüne) vertreten, Vorsitzende des Wirtschafts- und Bauausschusses des Kreistages. Zwölf Ersatzmitglieder und zwei Sachverständige ohne Stimmrecht (Michael Heil vom Kreis- und Uta Grimm vom Landessportbund) stehen ihnen zur Seite.

 
Die vom Landkreis gesetzten Büros sind die Göttinger Architekten Brune, bmp, Göttinger Architekten Werkstatt, Großmann Planung, ONP und Schwieger sowie ES Architekten aus Duderstadt und Grobe Passivhaus aus Hannover. Sie Wettbewerbsbetreuung und Vorprüfung haben Drees und Huesmann Planer aus Bielefeld übernommen. Die geplante Sporthalle ist der Ersatzbau der im August vergangenen Jahres überfluteten 35 Jahre alten Sporthalle am Schulzentrum Groß Schneen. Diese soll abgerissen und bis 2018 durch einen Neubau ersetzt werden.

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