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Mordprozess Reiffenhausen: Angeklagter schon vorher am Tatort

Aussage Mordprozess Reiffenhausen: Angeklagter schon vorher am Tatort

Sein Handy beweist nicht, dass der Angeklagte zur Tatzeit des Mordes am 2. Februar 2015 am Tatort im Schleierbachtal bei Reiffenhausen war. Er war aber Tage zuvor schon einmal dort. Das hat am Donnerstag im  Mordprozess gegen den 28 Jahre alten Christian M. eine Polizeibeamtin ausgesagt.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen/Reiffenhausen. Sie hat die Verbindungsdaten des Handys von M. ausgewertet und festgestellt, dass dieses am 24. Januar, neun Tage vor dem Mord, genau an jenen Funkmasten in Hebenshausen und Kirchgandern eingeloggt war, die das Schleierbachtal abdecken.

Gehört wurde an diesem Verhandlungstag erneut die ehemalige Freundin, Schwester des Mordopfers Daniel S.. Sie musste Stellung beziehen zu Whats-App-Chats mit dem Angeklagten, in denen der Freund mehrfach über den Bruder geschrieben hatte: "Der muss weg!" Am 19. Januar hatte schrieb er: "Eigentlich kann er froh sein, dass er noch atmen darf. Eigentlich hätte ich ihn erschießen lassen müssen." Das habe sie nicht so wahrgenommen, so die Zeugin, als dass es ernst gemeint gewesen sei. Sie habe allenfalls "gedacht, die schlagen sich noch mal die Köpfe ein".

In dem Catverkehr ist auch immer wieder die Rede von Detektiven, die M. gegen den Bruder der Freundin eingesetzt habe, um diesen des Diebstahls zu überführen. Der so Verdächtigte hatte zuvor seinerseits den jetzigen Angeklagten wegen Diebstahls angezeigt. Die Rede ist in den Chats davon, die Detektive hätten Peilsender und Überwachungskameras montiert. Ob sie das alles geglaubt habe? "Zu dem Zeitpunkt: ja", lautet die Antwort.

Der Richter fragt die junge Frau dann ganz direkt zu dem Mordplan: "Waren Sie da irgendwie dran beteiligt?" Antwort: "Nein!"Schließlich wird die Mutter des Angeklagten befragt. Sie hatte der Polizei gesagt, am Tattag sei der Sohn mit der Pizzabestellung nach Hause gekommen und habe sofort Strümpfe und Hose gewechselt. Dem widersprach sie nun im Gericht. Das sei ein anderer Tag gewesen. "Kann es sein, dass Sie Christian schützen wollen?" "Nein - das war nicht der Pizza-Tag."

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