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Mordprozess Reiffenhausen: nach Tat Pizza mit der Familie gegessen?

Vater und Freundin des Bruders entlasten Angeklagten Mordprozess Reiffenhausen: nach Tat Pizza mit der Familie gegessen?

Er soll am Abend des 2. Februar den Bruder seiner Freundin in einen Hinterhalt gelockt und ihn aus Rache erschossen haben. Danach fuhr er in die Stamm-Pizzeria, kaufte für die ganze Familie Pizza, brachte sie nach Gleichen und aß mit den Angehörigen, als sei nichts gewesen. So jedenfalls beschreibt der Vater des Angeklagten die Stunde nach der Tat.

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(Symbolbild)

Quelle: dpa

Reiffenhausen/Göttingen.. Damit haben der 55 Jahre alte Kraftfahrer und ebenso dessen angehende Schwiegertochter den des Rachemordes angeklagten 28-jährigen Christian M. aus einem Dorf der Gemeinde Gleichen entlastet. In dem Prozess vor dem Schwurgericht wurden sie am Mittwoch vernommen.

Ein konkretes Alibi für die Tatzeit ist das zwar nicht, aber niemand will Erregung an ihm bemerkt haben, als der 28-Jährige an jenem Abend mit dem Firmenwagen des Vaters wiederkam und Pizza brachte. Man habe mit fünf Personen gegessen, danach sei der Sohn gar im Sessel eingeschlafen.

Allerdings: Der Vater sprach von 18 bis 19 Uhr, als der Sohn nach Göttingen gefahren sei. Gegen 19.30 bis 20.30 Uhr sei er zurück gewesen. Genau in diesem Zeitraum soll sich die schreckliche Bluttat im Schleierbachtal zwischen Reiffenhausen und Reckershausen abgespielt haben.

Die Schwiegertochter jedoch kann nicht vor 21 Uhr zu Hause gewesen sein. Um 20.26 Uhr sandte sie noch aus Göttingen „komme jetzt“. Danach habe man auf die Pizza warten müssen. Demnach kann der Angeklagte erst deutlich nach 21 Uhr zu Hause gewesen sein.

Auch im Chat-Verkehr mit seiner Freundin, der Schwester des Opfers, klafft für den Tatzeitraum eine Lücke: 17.46 bis 20.15 Uhr. Das wurde aus der Vernehmung einer Polizistin deutlich, die den Chat-Verkehr ausgewertet hatte. Klar ist zudem, dass die Chat-Nachricht, die den 27-jährigen Daniel S. in den tödlichen Hinterhalt lockte, aus der elterlichen Wohnung des Angeklagten kam.

Die Nachrichten über den Dienst i-Messanger sind es, die den Angeklagten Christian M., schwer belasten. Nachdem das spätere Opfer gegen ihn wegen mehrerer Diebstähle, unter anderem eines Gewehres aus dem Schützenhaus Reiffenhausen, bei der Polizei ausgesagt hatte, schrieb M. seiner Freundin: „Eigentlich kann er (Daniel) froh sein, dass er noch atmen darf. Eigentlich hätte ich ihn erschießen lassen müssen.“

Mehrfach habe er der Ex-Freundin, die ebenfalls als Zeugin gehört wurde, gesagt, dass er Leute habe, die sich an Daniel rächen würden. In einer anderen Nachricht bezog er sich auf diese „anderen“, die noch nichts unternommen hätten, und schrieb: „Ich warte jetzt bis Mittwoch, dann kümmere ich mich selber um den Scheiß“.Das könnte meinen, er würde die Rache selbst ausüben.

Der Vater des Opfers berichtete von zahlreichen Diebstählen, die sich ereigneten, seitdem Christian M. im Hause bei seiner Tochter gelebt habe: Geld der Tochter, Geld von Sohn Daniel, dessen Zielfernrohr, 4000 Euro aus dem Waffenschrank und außerdem ein Gewehr und ein weiteres Zielfernrohr aus dem Waffenschrank des Schützenhauses - alles sei gestohlen worden.

Und Sohn Daniel habe beweisen wollen, dass das alles Christian war. Als der Vater aussagte, wie er nach dem Verschwinden seinen Sohn suchte und nur sein Fahrrad fang, brachen die Mutter des Opfers und etliche Zuhörer in Tränen aus.

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