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Neuer Glanz für verschollenes Kirchenfenster

Groß Schneen Neuer Glanz für verschollenes Kirchenfenster

„Vorsicht Glas!“ steht auf einem großen Schild im Heimatmuseum von Groß Schneen. Darunter verbergen sich drei der vier Einzelteile des alten Kirchenfensters der Sankt Nikolaikirche. Bis vor vier Jahren galt es als verschollen. Der Heimatverein Groß Schneen kümmert sich jetzt um die Instandsetzung.

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Heimatkundliche Sammlung: Ein Fenster der Oberkirche wird renoviert.

Quelle: Harald Wenzel

Groß Schneen. Die Nikolaikirche wurde 1971 abgerissen und das Fenster landete mit dem Umzug seines Sammlers in Hannover. Es galt als verschwunden, bis dessen Tochter es 2012 wiederentdeckte und den Heimatverein informierte. „Dann fing die Odyssee an“, erklärt Heine Trümper, der sich als früherer Kirchenvorsteher noch sehr gut an das besondere Fenster erinnern kann. In der schlichten Kirche prangte es über dem Altar und schmückte mit seinen farbenfrohen ornamentalen Mustern das Gotteshaus.

Erst suchte der Heimatverein einen Tischler auf, der bei der Restauration nicht viel weiterhelfen konnte. Denn entdeckten die Mitglieder Hinweise auf den Hersteller: Die Firma Müller stellte das Buntglasfenster 1893 in Quedlinburg her. Nächstes Jahr soll sich der Kreis schließen, wenn die Nachfolgefirma Schneemelcher mit den Restaurationsarbeiten beginnen wird. Das Fenster soll mit Glas aufgefüllt und mit Blei stabilisiert werden. „Es bleibt schlicht, weil es keine Kopie sein soll“, sagt Gudrun Blank-Vollmer vom Heimatverein.

Die Erhaltung des Fensters sei für Groß Schneen besonders wichtig, „weil die Kirche ein Teil der Ortsgeschichte ist“, erklärt Heinrich Harriehausen, Vorsitzender des Heimatvereins. Viele Groß Schneer könnten sich bereits jetzt nicht mehr an die Kirche erinnern, in der bis 1943 regelmäßig Gottesdienste abgehalten wurden.

„Dann wurde die Glocke abgeholt und eingeschmolzen“, erinnert sich Trümper. Jetzt soll wenigstens das Fenster einen Ehrenplatz erhalten: Hinter der Wetterfahne mit der Dokumentenkugel soll es ausgeleuchtet und restauriert fast im alten Glanz erstrahlen.

Für die Restaurierung, den Aufbau und die Beleuchtung benötigt der Heimatverein etwa 7000 Euro. Zur Finanzierung wurden Eigenmittel bereitgestellt und Fördergelder beantragt. Für den ersten gibt es seit Mittwoch bereits eine Zusage. Um weiteres Geld für das Kirchenfenster zu sammeln, will der Heimatverein die Groß Schneer informieren: Am Sonnabend, 9. April, gibt es ab 14.30 Uhr eine Infoveranstaltung im Heimatmuseum an der Landstraße.

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