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Regenrückhaltebecken in Freibadgröße

Bauausschuss Regenrückhaltebecken in Freibadgröße

Das Regenrückhaltebecken des neuen Baugebiets in Groß Schneen soll größer werden als bisher geplant. Nach Vorstellung des Friedländer Bauausschusses wird es 515 statt 340 Kubikmeter Wasser fassen. Damit hätte es die Größe des Freibads in Reiffenhausen.

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Etwa die Größe des Freibades Reiffenhausen soll das neue Regenrückhaltebecken in Groß Schneen haben.

Quelle: Peter Heller

Groß Schneen. „Um besorgten Bürgern entgegenzukommen, wollen wir mehr machen, als gesetzlich vorgeschrieben“, sagt Jürgen Schäfer, der bei der Gemeinde Friedland den Fachbereich Bauwesen leitet. Das Becken würde nach den neuen Plänen nicht nur ein Fünf-, sondern ein Zehn-Jahres-Hochwasser auffangen können.

„Ein sognanntes Regelbauwerk wird sicherstellen, dass nicht mehr als 3,7 Liter Wasser pro Sekunde aus dem Baugebiet Ludolfshäuser Straße abfließen“, erläutert Schäfer. So viel Wasser fließe schon jetzt aus diesem Bereich ab. Der Wasserverband Leine-Süd überwache die Anlage. Ähnliche Becken gebe es bereits für Neubaugebiete in Deiderode und in Niedernjesa. In Groß Schneen sind An der Ludolfshäuser Straße 38 Bauplätze geplant.

Ein größeres Hochwasserrisiko befürchten vor allem Bewohner des Unterdorfs sowie des Quartiers Birkenfeld, das unterhalb des neuen Wohngebiets liegt. Die Bürger im Birkenfeld machen sich Sorgen, dass das Becken die Wasser- und Schlammmassen eines Starkregens wie im Jahr 2015 nicht halten kann. Im Unterdorf besteht die Befürchtung, dass der Regenwasserkanal überlastet wird und es zu einem Rückstau kommen könnte.

Der Bauauschuss hat dem Rat der Gemeinde außerdem im Wohngebiet An der Ludolfshäuser Straße eine Änderung der örtlichen Bauvorschriften empfohlen. Eingeschossige Gebäude mit Flachdach dürften demnach nicht nur fünf, sondern sieben Meter hoch sein. Die Voraussetzung: Der Bauherr muss die dadurch mögliche zweite Etage als Staffelgeschoss ausführen. Es darf also kein Vollgeschoss entstehen. Der Hintergrund: „Wer ein Haus mit normalen Dach errichtet, kann das Dachgeschoss ausbauen“, führt Schäfer aus.

Bausünden von zwei, drei Hauseigentümern will der Bauausschuss in Reiffenhausen im Bereich Sandhecke mit einer Änderung des Bebauungsplans aus der Welt schaffen. „In dem Mitte der 60er-Jahre ausgewiesenen Baugebiet sind gegen geltendes Recht nachträglich Balkone und Wintergärten angebaut worden“, führt Schäfer aus. Das werde mit der geplanten Änderung nachträglich erlaubt. Künftig dürften auch andere Eigentümer solche Anbauten vornehmen. Außerdem will der Bauauschuss mit der Änderung den Bau zusätzlicher Häuser auf den bis zu 1200 Quadratmeter großen Grundstücken ermöglichen.

Der Ausschuss befasste sich schließlich mit Maßnahmen zum Hochwasserschutz. Der Gemeinderat hatte beschlossen, dass Planungsbüros für jede der 14 Ortschaften ein entsprechendes Konzept erarbeiten. Derzeit laufen Gespräche mit Bewohnern und Verbänden in Reiffenhausen und Klein Schneen, den beiden am stärksten betroffenen Orten. In Niedernjesa gibt es derzeit Abstimmungsgespräche mit dem Fördermittelgeber, dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. Der nächste Schritt wird die Planfeststellung sein.

Von Michael Caspar

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